Deutschland hat seine Militärausgaben so stark erhöht wie lange nicht. Nach neuen Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri stiegen die deutschen Ausgaben 2025 um 24 Prozent auf 114 Milliarden Dollar.
Laut Sipri-Angaben zu den weltweiten Militärausgaben lag Deutschland damit erstmals seit 1990 wieder über der Schwelle von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Gemessen an Sipris Methode kam Deutschland 2025 auf 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Deutschland rückt weltweit nach vorn
Der Sprung ist nicht nur eine deutsche Haushaltszahl. Sipri führt Deutschland 2025 als viertgrößten Militärausgeber der Welt. Vor Deutschland lagen nur die USA, China und Russland. Der Anstieg markiert außerdem das dritte Jahr in Folge mit zweistelligem Wachstum bei den deutschen Militärausgaben.
Politisch trifft der Bericht einen Nerv: Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine steht Deutschland unter Druck, die Bundeswehr schneller auszurüsten, Munitionsbestände aufzufüllen und NATO-Zusagen verlässlicher einzuhalten.
Europa gibt deutlich mehr aus
Auch europaweit geht der Trend klar nach oben. Nach einer Reuters-Zusammenfassung des Sipri-Berichts stiegen die weltweiten Militärausgaben 2025 auf rund 2,89 Billionen Dollar. Besonders stark wuchsen die Ausgaben in Europa.
Für Deutschland wird daraus ein doppelter Konflikt: Einerseits verlangen Krieg, NATO und Sicherheitslage mehr Tempo bei der Bundeswehr. Andererseits konkurrieren die Milliarden mit Sozialausgaben, Infrastruktur, Klimaschutz und Schuldendebatten.
Dass Sicherheitspolitik wieder stärker in den Alltag rückt, zeigt sich auch an anderen Streitpunkten – etwa bei neuen Regeln rund um Wehrdienst und Bundeswehr. Dazu passt der Blick auf die Debatte über mögliche neue Wehrdienst-Vorgaben.
Die offene Milliardenfrage
Der Sipri-Bericht liefert damit mehr als eine Rangliste. Er zeigt, wie teuer der sicherheitspolitische Kurswechsel bereits geworden ist. Die nächste Streitfrage liegt nun im Bundeshaushalt: Soll Deutschland diesen Ausgabenpfad dauerhaft halten – und wer bezahlt ihn?

