Smudo: „Wenn irgendwo Nazis sind, gehen wir hin und sind dagegen“
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Smudo: „Wenn irgendwo Nazis sind, gehen wir hin und sind dagegen“

Der Rapper Smudo von den Fantastischen Vier bezieht im SPIEGEL klar Stellung gegen Rechtsextremismus – und knüpft an den antifaschistischen Protest der 1990er-Jahre an. Seine Botschaft: Wegschauen ist keine Option.

Es sind klare Worte, die Smudo wählt. Der Rapper der Fantastischen Vier lässt keinen Zweifel an seiner Haltung: „Wenn irgendwo Nazis sind, dann gehen wir hin und sind dagegen.“ Im Januar 2024, als nach Bekanntwerden eines Geheimtreffens von Rechtsextremisten mit Deportationsfantasien Hunderttausende in Deutschland auf die Straße gingen, sprach Smudo mit dem SPIEGEL über Zivilcourage und die Verantwortung der Gesellschaft.

Der Anlass der Massenproteste war das Potsdamer Treffen vom November 2023, bei dem sich AfD-Politiker, Unternehmer und Rechtsextreme über Vertreibungspläne ausgetauscht hatten. Die Empörung darüber trieb ab Januar 2024 Woche für Woche Menschen zu Demonstrationen – und rückte auch das Engagement prominenter Stimmen neu in den Fokus.

Protest mit langer Tradition

Smudos klares Bekenntnis kommt nicht von ungefähr. Bereits am 13. Dezember 1992 stand er mit den Fantastischen Vier beim Frankfurter Festival „Heute die! Morgen Du!“ auf der Bühne – ein Protest gegen rechtsextreme Gewalt, der kurz nach den Brandanschlägen von Rostock-Lichtenhagen und Mölln stattfand. In Rostock hatte ein Mob im August 1992 das Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter attackiert, in Mölln starben im November 1992 drei Menschen bei einem Brandanschlag auf ein von türkischen Familien bewohntes Haus.

Das Frankfurter Festival war Teil einer breiten Protestwelle, zu der auch das Kölner Konzert „Arsch huh, Zäng ussenander“ am 9. November 1992 und die Veranstaltung „Mit Hand und Fuß gegen Fremdenhass“ im Januar 1993 gehörten. Künstler wie Udo Lindenberg, Hella von Sinnen und Konstantin Wecker engagierten sich damals ebenso wie Sportler und politisch Aktive.

„Dieses Mal wird der Kampf schwerer“

Im SPIEGEL-Geschichte-Artikel von Jasmin Lörchner vom 20. Januar 2024 ziehen prominente Köpfe der damaligen Bewegung Parallelen zur Gegenwart. Viele von ihnen sehen die heutige Situation als noch bedrohlicher an. Rechtsextreme Netzwerke seien professioneller organisiert, die Hemmschwelle für rassistische Äußerungen gesunken.

Wenn irgendwo Nazis sind, dann gehen wir hin und sind dagegen.
Smudo, Rapper der Fantastischen VierMehr Zitate von Smudo →

Smudos Satz ist ein Aufruf zu aktivem Widerspruch. Nicht wegsehen, nicht schweigen, sondern hingehen und Haltung zeigen – das ist der Kern seiner Botschaft. Dass er diese Haltung seit über 30 Jahren vertritt, verleiht seinen Worten Gewicht.

Die Fantastischen Vier um Smudo (bürgerlich Michael Bernd Schmidt, Jahrgang 1968) gehören zu den einflussreichsten deutschen Hip-Hop-Acts. Dass sie sich immer wieder politisch positionieren, ist Teil ihres Selbstverständnisses. Schon in den 1990ern bezogen sie klar Stellung gegen Rassismus und rechte Gewalt.

Der Appell bleibt drängend: Wo rechte Ideologien sichtbar werden, braucht es Widerspruch, Haltung und klare Grenzen. Ob die aktuelle Protestbewegung nachhaltig wirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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