Shitstorm nach Halal-Ansage
Eigentlich wollte Louis Windeck nur eine häufig gestellte Kundenfrage beantworten: Ist das Fleisch in seinem Restaurant „Der kleine Büffel“ halal? Seine klare Antwort: „Nein, unser Fleisch ist nicht halal.“ Was folgte, war ein Shitstorm, der das beliebte Burgerlokal im nordrhein-westfälischen Dorsten bundesweit in die Schlagzeilen brachte.
Das im Juni 2026 veröffentlichte Video erreichte auf Instagram mehr als 176.000 Aufrufe und über 400 Kommentare, auf Facebook kamen rund 300 Kommentare hinzu. Darin betonte der Inhaber, dass ihm und seinem Team nicht das religiöse Schlachtritual wichtig sei, sondern wie das Tier gelebt habe und dass es möglichst wenig gelitten habe.
Das kleine Lokal gilt seit Jahren als eine der besten Burger-Adressen im Ruhrgebiet. Die durchschnittliche Online-Bewertung von 4,8 Sternen spiegelt den hohen Zuspruch der Gäste wider – nur nicht für seine Haltung gegenüber Halal-Fleisch.
Rassismus-Vorwürfe und persönliche Angriffe
Die Reaktionen auf Windecks Aussage fielen extrem gespalten aus. Zahlreiche Nutzer unterstellten ihm Rassismus und warfen ihm vor, muslimische Kunden auszugrenzen. „Also sagt er auf Deutsch, Ausländer sollen nicht in seinen Laden kommen“, kommentierte ein Nutzer. Andere forderten ihn auf, vegan zu werden, oder warfen ihm vor, mit der Aktion nur Aufmerksamkeit generieren zu wollen.
Gleichzeitig meldeten sich viele Unterstützer zu Wort. Stammkunden und Nutzer verteidigten den Gastronomen und seine Entscheidung, die Tierwohl über religiöse Vorschriften stellt. Die negativen Kommentare sind inzwischen auf den Plattformen verborgen, eine sachliche Diskussion aber kaum noch möglich.
„Uns ist es nicht wichtig, ob das Fleisch ‚halal‘ geschlachtet wurde, sondern wie das Tier gelebt hat.“Louis Windeck, Inhaber des Restaurants „Der kleine Büffel“
Windeck stellt klar – und bleibt bei seiner Linie
Angesichts der Welle der Empörung veröffentlichte Windeck ein zweites Video. Darin sagte er: „Ich habe in keinem Wort gesagt, dass halal schlecht ist oder irgendwas dagegen gesagt. Wir wollten lediglich darüber informieren.“ Er fühle sich missverstanden, eine Entschuldigung für seine Haltung gab es nicht.
Der Vorfall reiht sich in eine hitzige gesellschaftliche Debatte ein. Bereits im Sommer 2025 hatte eine Gesamtschule im benachbarten Gelsenkirchen ihr Essensangebot auf ausschließlich halal-zertifizierte Speisen umgestellt – eine Entscheidung, die vor allem in rechtspopulistischen Kreisen bundesweit hohe Wellen schlug. Nun entzündet sich der Streit an einem einzelnen Burgerladen erneut.
Während viele Kommentatoren Windecks Erklärung als sachlich und transparent loben, sehen andere darin einen Affront. Die Debatte um Halal-Fleisch, Tierethik und die Erwartungen einer multireligiösen Gesellschaft ist damit noch lange nicht beendet.
