Polen setzt Kampfjet-Übergabe aus: Ukraine liefert zugesagte Drohnentechnik nicht
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MiG-29-Lieferung gestoppt

Polen setzt Kampfjet-Übergabe aus: Ukraine liefert zugesagte Drohnentechnik nicht

Warschau friert die Lieferung der verbliebenen MiG-29 ein. Grund ist ein ausstehender Technologietransfer, den Kiew im Dezember 2025 versprochen hatte. Ein polnischer General zeigt sich verärgert.

Eingefrorener Deal

Die Ukraine wartet vergeblich auf die versprochenen MiG-29-Kampfjets aus Polen. Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk bestätigte am 15. Juni 2026 im Radio ZET, wie Eurointegration berichtet, dass die Übergabe ausgesetzt ist. „Wir haben die MiGs nicht an die Ukraine übergeben“, sagte er und verwies auf einen fehlenden Technologietransfer. Polen hatte die Lieferung von bis zu zehn der alternden Düsenjäger an die Bedingung geknüpft, dass Kiew sein Know-how im Drohnenbereich teilt.

Bereits im Dezember 2025 war das Tauschgeschäft vereinbart worden. Neben kosteneffizienten FPV-Kampfdrohnen und taktischen Überwachungsdrohnen sollte die Ukraine auch Systeme zur Drohnenabwehr liefern. Der damalige polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz betonte gegenüber TVP World: „Eine Beziehung der Solidarität muss eine zweiseitige Beziehung sein.“

Wir haben uns mit der ukrainischen Seite auf einen Technologietransfer geeinigt. Wenn dieser abgeschlossen ist, wird das Geschäft mit den Kampfflugzeugen ein Erfolg sein.
Cezary Tomczyk, Vizeverteidigungsminister Polens

Konkrete Gegenleistung bleibt aus

Trotz Ankündigungen im Januar 2026, die ersten vier Maschinen seien technisch bereit, und der Erwartung Kiews auf insgesamt etwa zehn Jets, kam es nie zur Übergabe. Noch im Februar hieß es aus polnischen Regierungskreisen, der Transfer sei nur noch eine Frage technischer Details. Doch nun stellt Warschau klar: Ohne die versprochenen Drohnentechnologien keine Flugzeuge.

Die Verzögerung sorgt für Unmut in Polens Militär. General Jarosław Kraszewski, ehemaliger Chef der Raketen- und Artillerietruppen, fand im Sender „Newsroom“ deutliche Worte:

Die Ukrainer sollten die Lieferung der MiG-Kampfjets nicht fordern, wenn sie ihren Vertrag nicht erfüllt haben. Das wirft ein schlechtes Licht auf sie.
Jarosław Kraszewski, ehemaliger General der polnischen Streitkräfte

Historische Spannungen als Hintergrund?

Der Lieferstopp fällt in eine Phase abgekühlter bilateraler Beziehungen. Ein Streit über die Benennung einer ukrainischen Spezialeinheit nach Kämpfern der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) belastet das Verhältnis. Vizeverteidigungsminister Paweł Zalewski wies jedoch zurück, dass die Blockade als Druckmittel in diesem historischen Disput diene. Es gehe ausschließlich um den nicht abgeschlossenen Technologietransfer und die Frage, wer die Kosten für etwaige Kampfwertsteigerungen der Jets trägt.

Polen hatte bereits unter früheren Regierungen mindestens 14 MiG-29 an die Ukraine abgegeben. Die restlichen, seit 1989 im Dienst stehenden Maschinen werden im Zuge der Modernisierung der Luftwaffe durch westliche Modelle wie FA-50, F-16 und F-35 ersetzt. Ein Zeitplan, wann und ob Kiew den ausstehenden Transfer nachholt, wurde nicht genannt. Die Initiative liegt nun bei der Ukraine.