Hisbollah und Israel einigen sich auf Waffenruhe – Kämpfe dauern an
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Nahost-Konflikt

Hisbollah und Israel einigen sich auf Waffenruhe – Kämpfe dauern an

Trotz neuer Feuerpause sterben Zivilisten bei israelischen Angriffen. Die USA und der Iran ringen um dauerhafte Stabilität in der Region.

Neue Feuerpause unter Vermittlung der USA

Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz sollte am Freitag, 19. Juni 2026, um 16:00 Uhr Ortszeit in Kraft treten. Doch schon kurz nach dem vereinbarten Termin griff die israelische Luftwaffe erneut Stellungen im Südlibanon an, wobei mindestens fünf Zivilisten getötet wurden. Die fragile Einigung, unter Vermittlung der USA und Katar erzielt, droht bereits zu zerbrechen.

Ein hoher US-Beamter bestätigte gegenüber Reuters die Einigung. Die Vereinbarung kam nach intensiven diplomatischen Bemühungen zustande, an denen auch der Iran beteiligt war. Sie sah eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen vor, doch Israel beharrte auf dem Recht, seine Truppen weiter im umstrittenen Grenzstreifen zu belassen.

Hisbollah und Israel haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt.
Nicht genannter hoher US-Beamter

Eskalation im Vorfeld

Der Waffenruhe waren die schwersten Gefechte seit Monaten vorausgegangen. Am 18. Juni töteten Hisbollah-Kämpfer vier israelische Soldaten, darunter einen Oberstleutnant. Israels Luftwaffe reagierte mit massiven Angriffen auf Ziele im gesamten Libanon. Nach libanesischen Angaben starben dabei mindestens 47 Menschen.

Politisches Tauziehen um regionale Stabilität

Die Kämpfe verzögerten auch die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran. US-Vizepräsident JD Vance sollte in die Schweiz reisen, um über eine dauerhafte Befriedung und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu verhandeln. Wegen der Eskalation sagte er seine Teilnahme ab. Teheran knüpfte die Reise von Außenminister Abbas Araghchi an eine stabile Waffenruhe.

Präsident Donald Trump schaltete sich persönlich ein und forderte Deeskalation. Gegenüber NBC sagte er: „Manchmal muss man einfach runterkommen und seinen Kopf benutzen“, ohne zu bestätigen, ob er direkt mit Israels Premier Benjamin Netanjahu gesprochen hatte.

Bewohner kehren in Trümmerwüsten zurück

Trotz der anhaltenden Spannungen kehrten erste Bewohner in ihre Orte zurück. In Tyros, einst ein beliebtes Urlaubsziel, fanden sie nur Zerstörung vor. In Nabatiyeh räumten Bulldozer Schutt beiseite. Die Hisbollah wertete das unter Vermittlung von Washington und Teheran geschlossene Rahmenabkommen als Erfolg. Hassan Fadlallah, Mitglied des Parlamentsblocks der Miliz, sprach von einem „echten Sieg“ für den Iran und Verpflichtungen zum Schutz der libanesischen Souveränität.

Israels Militärführung betonte hingegen, dass die Armee ihre Operationen im Südlibanon so lange fortsetzen werde, wie es die eigene Sicherheit erfordert. Damit bleibt die Waffenruhe ein fragiles Konstrukt – und die nächste Eskalation nur eine Frage der Zeit.