375.000 Euro für eigenen CSD-Truck – SPD wirft Wegner Wahlkampf-Aktion vor
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375.000 Euro für eigenen CSD-Truck – SPD wirft Wegner Wahlkampf-Aktion vor

Der Berliner Senat lässt sich einen eigenen Wagen für die CSD-Parade am 25. Juli insgesamt 375.000 Euro kosten. Zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl wittert die SPD einen durch Steuergeld finanzierten Wahlkampf-Auftritt von Bürgermeister Kai Wegner (CDU).

375.000 Euro aus Steuermitteln und öffentlichen Sachleistungen – so viel kostet ein einziger Parade-Wagen des Berliner Senats beim Christopher Street Day am 25. Juli 2026. Zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl wittert die SPD einen durch Steuergeld finanzierten Wahlkampf-Auftritt von Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU).

Der doppelstöckige Truck mit dem Namen „Regenbogenhauptstadt Berlin" wurde von der landeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft „Berlin Partner" bei den CSD-Veranstaltern angemeldet. Laut Senatssprecherin Christine Richter stellt die Senatskanzlei 140.000 Euro netto bereit, ergänzt um Sachleistungen der „Partner für Berlin Holding" im Wert von 235.000 Euro, wie die B.Z. berichtet.

Für die Umsetzung der Informationsmaßnahmen und die Realisierung des Berlin-Wagens stellt die Senatskanzlei rund 140.000 Euro netto bereit.
Christine Richter, Senatssprecherin

Aus der SPD kommt scharfe Kritik. Ein namentlich nicht genanntes Parteimitglied sagte der B.Z.: „Es sieht aus, als ob sich Kai Wegner die Teilnahme am CSD erkaufen will. Und das ausgerechnet zwei Monate vor der Wahl."

Doppelstöckige Ausführung ist heute nichts Besonderes mehr. Miete, maximal drei Tage Aufbau, mit Personal am Veranstaltungstag, macht etwa 35.000 Euro.
Anonymer Techno-Veteran, Veranstaltungsbranche

Die vom Senat genannten 375.000 Euro liegen damit um ein Vielfaches über den marktüblichen Preisen. Ein Großteil der Summe entfällt offenbar auf sogenannte Informationsmaßnahmen und die Beteiligung mehrerer Senatsmitglieder. Ein Veteran der Berliner Techno- und Veranstaltungsszene hält die Kosten für völlig überzogen.

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Erstmals eigener Senats-Wagen

In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Konflikte zwischen Wegner und den CSD-Veranstaltern. 2024 wurde dem CDU-Politiker die Eröffnungsrede verweigert, er nahm trotzdem auf Trucks von BVG, Aids-Hilfe und Evangelischer Kirche teil. Nun bekommt der Regierende erstmals einen eigenen Parade-Wagen – finanziert aus öffentlichen Mitteln.

CSD-Vorstand Thomas Hoffmann reagierte gelassen: „Grundsätzlich freuen wir uns über die Beteiligung unterschiedlichster gesellschaftlicher Akteur*innen", sagte er der B.Z. „Bereits in der Vergangenheit haben sich Bezirksämter, Bundesministerien oder Botschaften beteiligt."

Auf dem Wagen sollen neben Wegner und weiteren Senatsmitgliedern auch Vertreter verschiedener Initiativen und des Regenbogen-Netzwerks der Berliner Verwaltung mitfahren. Eine sichtbare Kennzeichnung des Senats ist laut Sprecherin nicht vorgesehen, stattdessen dominieren Regenbogenfarben und der Berliner Bär. An beiden Seiten des Trucks sind LED-Wände installiert.

Die Abgeordnetenhauswahl findet am 27. September 2026 statt. Dass die SPD die Kosten bis dahin immer wieder thematisiert, gilt als sicher. Der Senat hat bislang keine detaillierte Aufschlüsselung der 375.000 Euro vorgelegt.

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