Nach kühler Luft: Hitzeblase aus Spanien rollt heran
In weiten Teilen Deutschlands kratzen die Temperaturen derzeit kaum an der 20-Grad-Marke – ungewöhnlich frisch für Juni. Doch das ändert sich radikal. Zum Wochenende leitet ein massives Hochdruckgebiet eine heiße Südströmung ein. Ab Dienstag erreichen die Temperaturen in der Lausitz bis zu 35 Grad.
Meteorologe Jan Schenk vom Wetterdienst The Weather Channel erklärte gegenüber FOCUS online:
Schon zum Wochenende deutet sich ein markanter Wetterwechsel an. Zunächst bleibt die warme Luft noch westlich von uns, über der Iberischen Halbinsel, Frankreich und teils bis zu den Britischen Inseln. Danach könnte sich die Hitzeblase aber auch in Richtung Deutschland ausdehnen.Jan Schenk, Meteorologe von The Weather Channel
MJO macht Weg frei für Hitze
Der Grund für den plötzlichen Wechsel liegt in den Tropen. Die Madden-Julian-Oszillation (MJO) – ein großräumiges Gewittersystem am Äquator – steht vor einem Zusammenbruch. Wenn dieser atmosphärische Impuls nachlässt, verändert sich die Dynamik über dem Atlantik: Hochdruck setzt sich durch und macht den Weg für heiße Luftmassen nach Deutschland frei.
Wenn dieser Impuls nachlässt, verändert sich mit etwas Verzögerung auch die Wetterdynamik über dem Atlantik und Europa. In der Folge kann sich Hochdruck wieder stärker durchsetzen. Das macht den Weg frei für wärmere bis heiße Luftmassen in Deutschland.Jan Schenk, Meteorologe von The Weather Channel
Laut einer Prognose von BUNTE.de steigen die Werte am Alpenrand bereits auf über 30 Grad. Mittwoch und Donnerstag werden die heißesten Tage: In der Lausitz sind dann bis zu 35 Grad möglich, im Westen bleibt es etwas kühler.
Gewittergefahr steigt mit der Hitze
Mit der Rückkehr der Sommerluft wächst auch die Gefahr kräftiger Gewitter. Schenk warnt: „Gerade wenn nach einer kühlen Phase sehr warme und feuchte Luft nach Deutschland strömt, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine angespannte Wetterlage.“ Bereits ab Freitag könnten die Höchstwerte wieder fallen – begleitet von möglichen Unwettern.
Wechselhaft bis Mitte Juli
Das sprunghafte Wetter mit Wechseln zwischen Hitze und Abkühlung begleitet Deutschland noch bis etwa 20. Juli. Erst danach beruhigt sich die Lage – und könnte in eine länger anhaltende Hitzephase münden. Besonders der Norden und die Küstenregionen dürften in der zweiten Juli-Hälfte auf sommerliche Temperaturen hoffen.
Während Deutschland schwitzt, ächzt Südeuropa bereits unter extremer Hitze: In Spanien und Portugal werden seit Tagen 40 Grad und mehr gemessen. Allerdings sagen die Modelle für Spanien im Juli eher Abkühlung voraus, während Skandinavien auf einen warmen Sommer hoffen kann.





