„Insofern sind solche pauschalen Aussagen einfach unseriös."
Im Kontext der politischen Debatte um eine sogenannte 'Migrationswende' hat Alexander Dobrindt (CSU) mit Verweis auf sinkende Asylzahlen eine strengere Migrationspolitik gefordert. Das ZDF hat diese Behauptungen einem Faktencheck unterzogen und dabei den Migrationsforscher Marcus Engler vom DeZIM befragt. Engler wies darauf hin, dass pauschale Aussagen zur Migration unseriös seien, da sie die vielschichtigen Ursachen und Dynamiken von Fluchtbewegungen ignorierten. Migration werde von globalen Faktoren wie Kriegen, Klimawandel und wirtschaftlichen Perspektiven bestimmt, weshalb eine einfache 'Wende' nicht realistisch sei. Die Analyse des ZDF ergab, dass die von Dobrindt präsentierten Zahlen zwar einen Rückgang zeigen, jedoch wesentliche Aspekte wie Anerkennungsquoten, Familiennachzug und saisonale Schwankungen ausblenden. Engler plädierte daher für eine faktenbasierte und differenzierte Diskussion, die der Komplexität des Themas gerecht wird und sich nicht an kurzfristigen politischen Interessen orientiert.