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Martin Werding

Wirtschaftsweiser, Professor

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„Deutschland sollte das Rentenalter regelgebunden erhöhen - zwei Drittel der zusätzlichen Lebenszeit gehen in Arbeit und ein Drittel in den Ruhestand."

Martin Werding, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweiser“) und Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum, hat sich in einem Interview für eine regelbasierte Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ausgesprochen. Der Ökonom plädiert dafür, die steigende Lebenserwartung systematisch zu berücksichtigen: Von jedem zusätzlich gewonnenen Lebensjahr sollten zwei Drittel in Arbeit und ein Drittel in den Ruhestand gehen. Dies würde das Rentensystem nachhaltiger machen, ohne die Beitragszahler übermäßig zu belasten. Neben der Rentenalter-Debatte spricht sich Werding auch für die Abschaffung der Witwenrente aus und fordert stattdessen eine eigenständige Alterssicherung für Frauen, da diese heute in der Lage seien, selbst für sich zu sorgen. Damit greift er ein weiteres kontroverses Thema der deutschen Sozialpolitik auf und unterstreicht den Reformbedarf aus ökonomischer Perspektive.

„Unter Anreizaspekten wäre es gut, wenn die Witwenrente wegfällt. Frauen können heute für sich selbst sorgen."

Martin Werding, Professor und Mitglied des Sachverständigenrats („Wirtschaftsweise“), plädiert für die Abschaffung der Witwenrente. In einem Interview erklärte er, Frauen könnten heute selbst für ihre Altersvorsorge sorgen. Anreiztechnisch sei die Streichung sinnvoll. Die Witwenrente stammt aus einer Zeit, in der Ehefrauen finanziell abhängig waren. Trotz Reformen erhalten Hinterbliebene weiterhin Rentenansprüche. Kritiker sehen darin ein Hemmnis für durchgängige Erwerbsbiografien von Frauen. Werding fordert eine Anpassung der Sozialversicherung an die gewandelte Gesellschaft. Politisch ist der Vorstoß umstritten. Ökonomen und Liberale unterstützen ihn, Sozialverbände warnen vor Nachteilen für Hinterbliebene, die wegen Kindererziehung oder Pflege keine ausreichende eigene Rente aufbauen konnten. Die Debatte betrifft Verteilungsfragen und die Bewertung von Care-Arbeit.