Nagelsmann will weitermachen, Klopp blockt ab – DFB in der Zwickmühle
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SportBundestrainer-Debatte

Nagelsmann will weitermachen, Klopp blockt ab – DFB in der Zwickmühle

Nach dem peinlichen WM-Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay weigert sich Julian Nagelsmann zurückzutreten. Während Jürgen Klopp als Wunschkandidat gilt, hält sich der 59-Jährige bedeckt – und fordert Reformen.

Die deutsche Nationalmannschaft erlebt bei der WM 2026 ein Debakel: Im Achtelfinale scheitert das Team mit 3:4 im Elfmeterschießen an Paraguay, nach 120 torlosen Minuten und einem aberkannten Treffer. Der Druck auf Bundestrainer Julian Nagelsmann ist enorm – doch der 38-Jährige denkt nicht an Rücktritt.

Kai Havertz und Nick Woltemade verschossen im Elfmeterschießen, Jonathan Tah vergab im Sudden Death, nachdem Paraguay zuvor zwei Matchbälle vergeben hatte. Eine Niederlage, die die Debatte um die Zukunft des Nationaltrainers neu entfacht. Bereits vor dem Spiel kursierten Gerüchte, dass Nagelsmann bei einem frühen Ausscheiden wackeln könnte.

Nagelsmann: „Ich bin keiner, der wegläuft“

Julian Nagelsmann, dessen Vertrag beim DFB noch bis 2028 läuft, weigerte sich nach der Partie, seinen Posten aufzugeben. „Ich bin keiner, der wegläuft“, sagte er. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Mannschaft schon länger keine „erstklassige Mannschaft“ mehr sei. Kapitän Joshua Kimmich sprach sich für einen Verbleib Nagelsmanns aus und nahm die Spieler in die Verantwortung.

Klopp: „Nicht der richtige Moment“

Jürgen Klopp, seit Anfang 2025 Head of Global Soccer bei Red Bull und bei der WM als TV-Experte für MagentaTV im Einsatz, wurde umgehend als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht. Der 59-Jährige zeigte sich zurückhaltend: „Es ist nicht der richtige Moment, um darüber zu sprechen. Ich habe einen Job, der mir großen Spaß macht.“

Ich verstehe, dass, wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, mein Name irgendwie genannt wird. Aber darüber habe ich noch nicht nachgedacht.
Jürgen Klopp (Head of Global Soccer bei Red Bull)
Um wieder Fußball-Deutschland zu werden, müssen wir jetzt ran an die Nummer, und zwar richtig.
Jürgen Klopp

Eine klare Absage erteilte er dem Job nicht. Gegenüber ESPN sagte er: „Ich habe darüber noch nicht nachgedacht. Ich verstehe, dass, wenn über den Nationaltrainer gesprochen wird, mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der richtige Moment, um darüber zu reden, besonders nicht mit mir.“ Klopp ließ durchblicken, dass der Trainerberuf in ihm noch immer ein Feuer entfache.

Geteilte Meinungen

Prominente Unterstützer einer Klopp-Verpflichtung meldeten sich zu Wort. Europameister Oliver Bierhoff forderte: „Jürgen Klopp sollte das erste Ziel für den DFB sein.“ Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Experte der Sportschau, zeigte sich überzeugt: „Ich glaube, dass es passieren wird.“

Kritik kam dagegen von n-tv: Ein Kommentar argumentierte, der deutsche Fußball brauche nach dem „peinlichen WM-Aus“ keinen neuen Messias, sondern einen stillen Reformer möglicherweise aus dem Ausland. Eine „Klopp-Inthronisation als Automatismus“ sei nicht der richtige Weg.

DFB in der Zwickmühle

DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler hielten sich zunächst bedeckt. Völler hatte bis zuletzt Nagelsmann gestützt und ihn einen „Glücksfall“ und „absoluten Toptrainer“ genannt. Die Verbandsführung kündigte an, „gemeinsam und in Ruhe“ die Ursachen zu analysieren, bevor über den Trainer für die EM 2028 entschieden werde.

Laut Medienberichten sollen hinter den Kulissen jedoch bereits Gespräche über eine millionenschwere Trennungsvereinbarung mit Nagelsmann geführt und die Nachfolge mit Klopp konkret vorangetrieben worden sein. Ob und wann eine Entscheidung fällt, ist offen.

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