Ein Musiker als WM-Experte – und eine Spitze, die sitzt
Tom Kaulitz ist leidenschaftlicher Fußballfan, Bayern-Mitglied – und seit dem 11. Juni 2026 der erste „Fan-Experte" in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft. Für MagentaTV soll der Tokio-Hotel-Gitarrist die Taktik-Runden mit Jürgen Klopp und Thomas Müller auflockern. Doch was der Sender als unterhaltsamen Coup verkauft, sorgt bei Oliver Pocher für blankes Unverständnis.
Beim Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika (2:0) saß Kaulitz das erste Mal im Studio – neben Fußball-Schwergewichten. Keine 48 Stunden später teilt Pocher in seinem Podcast „Schwarz und Weissheiten" mit Ex-Profi Patrick Helmes ordentlich aus.
Pochers bissige Theorie: Heidi Klum als Jobgarantie
Ja okay, alles klar, ich habe regelmäßigen Geschlechtsverkehr mit Heidi Klum. Damit sollte ich eigentlich auch bei der WM in Mexiko stehen als Experte.Oliver Pocher, Comedian, in „Schwarz und Weissheiten"
Der 48-Jährige lässt keinen Zweifel daran, dass er Kaulitz' Qualifikation für absurd hält. „Da muss man einem erstmal erklären, warum man den …" setzt Pocher an und liefert die Antwort gleich selbst: die Ehe mit Model-Mogulin Heidi Klum. Pochers sarkastisches Fazit: „Da denke ich so: Ja alles klar, macht Sinn. Das ist total gut. Aber er ist ja da, ist ja wunderbar."
Dass seine Attacke Kaulitz überhaupt erreicht, ist eher unwahrscheinlich. Pocher macht keinen Hehl daraus, dass er Vorberichte grundsätzlich meidet: „Ich brauche das alles nicht, das Vorgequatsche. Ich gehe zur Nationalhymne und zum Anpfiff rein. Das reicht."
Nicht nur Pocher: Auch Kerner und die Fans sticheln
Kaulitz hat sich inzwischen an Spitzen gewöhnt. Schon bei seiner Studio-Premiere begrüßte ihn Moderator Johannes B. Kerner als „Praktikanten" – während er Thomas Müller als „Weltmeister" und Jürgen Klopp als „Welttrainer" vorstellte. Der Musiker lachte mit, doch die Netz-Reaktionen waren weniger gnädig: „Der hat null Sachverstand", „Was sucht der da?" oder „Bitte ohne Kaulitz" lauten typische Kommentare.
Dabei übersehen viele: Kaulitz ist nicht nur prominent, sondern tatsächlich eingefleischter Fan und FC-Bayern-Mitglied. MagentaTV setzt genau auf diese Mischung aus Leidenschaft und Prominenz – und riskiert damit einen Shitstorm, der sich schon vor dem ersten Anpfiff entlud.
Pochers WM-Tipps: Sechs Tore gegen Curaçao – und Undav statt Musiala
Abseits des Kaulitz-Ärgers hat Pocher klare sportliche Erwartungen an die deutsche Nationalelf. Gegen Curaçao erwartet er „ein halbes Dutzend an Toren": „Wenn du nicht mindestens 5:0 bis 6:0 gewinnst … Die wirst du ja irgendwann schwindelig spielen." Sein Podcast-Partner Helmes tippt sogar auf ein 8:0.
In der Aufstellungsfrage bezieht Pocher ebenfalls Stellung: Er würde Deniz Undav von Beginn an bringen und Jamal Musiala draußen lassen. „Lass den Undav gegen Curaçao doch drei Tore schießen und erst mal drin sein", fordert der Comedian. Ob Julian Nagelsmann auf diesen Rat hört, wird sich am Sonntag zeigen.
Kaulitz selbst zeigte sich nach seinem Debüt begeistert von der Stadion-Atmosphäre und dem Team um Klopp und Müller. Ob ihn Pochers Spott überhaupt erreicht, bleibt offen – eine Antwort des Musikers steht noch aus. Sicher ist nur: Der nächste Seitenhieb kommt bestimmt.





