Tödliche Schüsse in der Händelstraße
Er lauerte ihr auf und feuerte mehrfach – dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Am Montagmorgen endete ein seit Monaten schwelender Beziehungskonflikt in Offenburg mit zwei Toten. Wie die Tagesschau berichtet, waren Zeugen durch Schüsse in der Händelstraße alarmiert worden.
Der 33-jährige türkische Staatsangehörige hatte seine 36-jährige Ex-Freundin aus der Ukraine vor ihrem Wohnhaus abgefangen. Nach bisherigen Ermittlungen schoss er mehrmals auf sie, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Die Frau starb trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen im Krankenhaus. Ein Querschläger durchschlug die Scheibe eines geparkten Autos, verletzt wurde dabei niemand.
Das Paar hatte sich vor mehreren Monaten getrennt. Seitdem eskalierte die Situation: Es kam zu gegenseitigen Anzeigen wegen Beleidigung, übler Nachrede und Stalking. Die Polizei war mehrfach bei dem 33-Jährigen, er galt als polizeibekannt, war aber nicht vorbestraft. Die Tatwaffe besaß er illegal – weder Waffenschein noch Waffenbesitzkarte lagen vor. Am Tatort und in seinem Auto stellten die Ermittler zwei Pistolen sicher.
Nach der Tat sperrte die Polizei das Wohngebiet ab und leitete eine Großfahndung ein, die jedoch schnell auf den toten Schützen hinführte. Die Ermittlungen zur Herkunft der Waffen und zum genauen Motiv dauern an. Eine Obduktion beider Leichen ist für Anfang der Folgewoche angesetzt, um den Tathergang zu rekonstruieren.
Ich hatte kurz Herzklopfen. Wenn man so was sieht oder hört – das tut weh. Da kommen einem manchmal die Tränen, wenn man so was hört.Christine Dal
Anwohnerin Christine Dal, die auf dem Weg zum Einkaufen Schüsse und Schreie hörte, schilderte ihre Angst. Auch Oberbürgermeister Marco Steffens (CDU) reagierte bestürzt.
Dass sich ein solches Geschehen in unserer Stadt zuträgt, macht fassungslos. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und allen Menschen, die von dieser grausamen Tat betroffen sind.Marco Steffens
Obwohl der Begriff Femizid in Deutschland kein eigener Straftatbestand ist, ordnet das Bundeskriminalamt diese Tat in eine traurige Statistik ein: 2024 wurden 308 Frauen Opfer von vollendeten oder versuchten Tötungen durch Partner oder Ex-Partner. Die Ermittler prüfen nun, ob es einen konkreten Auslöser am Tattag gab und wie der Täter an die Waffen kam.





