462 Menschen starben 2025 auf dem Fahrrad. Fast jeder zweite von ihnen saß auf einem Pedelec – und besonders ältere Menschen zahlen den höchsten Preis.
Nach vorläufigen Zahlen war im vergangenen Jahr jede sechste im Straßenverkehr getötete Person mit dem Fahrrad unterwegs. Der Anteil lag bei 16,4 Prozent. Damit wird aus dem Fahrradboom auch eine Sicherheitsfrage: Wer häufiger aufs Rad steigt, trifft vielerorts auf Straßen, Kreuzungen und Abbiegesituationen, die weiter stark vom Autoverkehr geprägt sind.
Der Anstieg kommt vor allem von Pedelecs
Insgesamt starben 2025 laut Statistik 462 Radfahrerinnen und Radfahrer bei Verkehrsunfällen. Das waren 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2015 liegt der Anstieg sogar bei 20,6 Prozent. Entscheidend ist dabei vor allem der Sprung bei Pedelecs: 217 der getöteten Menschen waren mit einem solchen Rad unterwegs.
Pedelecs gelten rechtlich als Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h. Sie machen längere Wege leichter, helfen an Steigungen und sind gerade bei älteren Menschen beliebt. Genau diese Stärke wird aber zum Risiko, wenn höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, schwerere Räder und unsichere Verkehrsräume zusammenkommen.
Ältere Menschen tragen das größte Risiko
61,5 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer waren 65 Jahre oder älter. Bei Menschen auf Pedelecs lag der Anteil sogar bei 67,3 Prozent. Bei Fahrrädern ohne Hilfsmotor waren es 56,3 Prozent. Die Zahlen zeigen: Das Problem ist nicht nur Technik, sondern auch Verletzlichkeit.
Für ältere Menschen endet ein Sturz oder eine Kollision häufiger schwer. Ein kurzer Kontrollverlust, eine Bordsteinkante, ein abbiegendes Auto oder eine unübersichtliche Kreuzung können reichen. Die Statistik erfasst allerdings nicht, welche Altersgruppe wie viele Kilometer fährt. Ein direkter Risikovergleich pro gefahrenem Kilometer ist deshalb nicht möglich.
Autofahrer sind oft die Unfallgegner
2025 registrierte die Polizei 95.794 Fahrradunfälle mit Personenschaden. Bei 66,5 Prozent davon war mindestens ein weiterer Verkehrsteilnehmer beteiligt. In 69,8 Prozent dieser Fälle war es ein Autofahrer oder eine Autofahrerin. Das zeigt, wo die gefährlichste Reibung entsteht: nicht auf dem Radweg allein, sondern dort, wo Rad- und Autoverkehr aufeinandertreffen.
Bei Unfällen mit weiteren Beteiligten wurde Radfahrenden in 28,6 Prozent der Fälle die Hauptschuld zugeordnet. Bei Zusammenstößen mit Fußgängern lag dieser Anteil deutlich höher, bei Unfällen mit Autos niedriger. Für den Alltag heißt das: Sicherheit hängt nicht nur am Verhalten einzelner, sondern auch daran, wie klar Wege, Kreuzungen und Vorrangregeln gebaut und verstanden werden.
Der Straßenverkehr wird insgesamt nicht automatisch sicherer
Die allgemeine Unfallbilanz macht die Lage noch deutlicher: 2025 starben in Deutschland insgesamt 2.814 Menschen im Straßenverkehr, 44 mehr als 2024. Die Zahl der Schwerverletzten sank zwar, doch für Radfahrer zeigt der Trend in die andere Richtung. Während viele Kommunen Radverkehr ausbauen wollen, steigen ausgerechnet bei dieser Gruppe die tödlichen Zahlen.
Auch frühere Alltagsthemen rund ums Fahrrad bleiben damit relevant: Wer etwa beim Radfahren Musik hört, sollte wissen, was erlaubt ist und wann es teuer werden kann. Mehr dazu steht in diesem Ratgeber zu Radfahren mit Kopfhörern.
Die neuen Zahlen setzen Städte, Verkehrsplaner und Fahrer gleichermaßen unter Druck. Mehr Pedelecs bedeuten mehr Mobilität, aber auch mehr Tempo und mehr schwere Folgen, wenn Schutz fehlt. Für ältere Menschen entscheidet sich Sicherheit oft an ganz konkreten Stellen: Kreuzungen, Abbiegespuren, Bordsteinen, Sichtachsen und getrennten Wegen.





