Autobombe bei Moskau · Russischer General Damir Davydov getötet – zweiter Anschlag auf Militärführung binnen eines Jahres
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Autobombe bei Moskau · Russischer General Damir Davydov getötet – zweiter Anschlag auf Militärführung binnen eines Jahres

Der Leiter der russischen Hauptraketen- und Artilleriedirektion, Damir Davydov, wurde am 9. Juni 2026 durch eine Autobombe in Balashikha getötet. Weniger als einen Kilometer entfernt starb bereits im April 2025 ein hochrangiger General – die Ukraine schweigt zu dem Vorfall.

Autobombe tötet russischen General bei Moskau

Es war kurz nach halb sechs am Morgen des 9. Juni 2026, als in der Koldunowa-Straße in Balaschicha ein BMW X3 in Flammen aufging. Unter dem Fahrersitz explodierte ein Sprengsatz – und riss Damir Davydov, den Leiter der Hauptraketen- und Artilleriedirektion (GRAU) des russischen Verteidigungsministeriums, aus dem Leben.

Davydov war verantwortlich für die Versorgung der russischen Truppen mit Raketen- und Artilleriemunition – eine Schlüsselposition im Krieg gegen die Ukraine. Der 62-Jährige galt als einer der wichtigsten Logistiker der Streitkräfte.

Damir Davydov, head of the Main Missile and Artillery Directorate of Russia's Defense Ministry, was killed by a car bomb in Balashikha, near Moscow.
VChK-OGPU (russischer Telegram-Kanal)

Der Sprengsatz hatte eine Sprengkraft von 300 bis 500 Gramm TNT-Äquivalent, wie russische Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise berichteten. Die Explosion ereignete sich im Wohnviertel Aviatorov – einer Siedlung, die ursprünglich für Angehörige des russischen Militärs gebaut wurde, wie The Kyiv Independent unter Berufung auf Astra berichtet.

Weniger als ein Kilometer vom Tatort des letzten General-Attentats entfernt

Der Anschlag weckt Erinnerungen an den April 2025: Damals wurde Generalleutnant Jaroslaw Moskalik, Vizechef der Hauptoperationsdirektion des Generalstabs, ebenfalls durch eine Autobombe in Balaschicha getötet. Sein Mörder, Ignat Kusin, wurde im November 2025 zu lebenslanger Haft verurteilt – der russische Inlandsgeheimdienst FSB sprach von einem Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes.

Trotz der geografischen Nähe und der ähnlichen Ausführung hat sich die Ukraine bisher nicht zu dem neuerlichen Anschlag geäußert. Auch gibt es keine öffentlichen Hinweise auf eine Beteiligung Kiews.

Die russischen Ermittlungsbehörden leiteten ein Strafverfahren ein, nannten aber weder das Opfer noch mögliche Tatverdächtige offiziell beim Namen, wie Meduza berichtet. Diese Zurückhaltung ist typisch für sensible Militärfälle – und nährt Spekulationen über die Hintergründe.

Der Angriff auf einen hohen Logistik-Offizier trifft das russische Militär in seinem Kern: Davydovs Direktion steuert den Nachschub an schwerer Munition für die Front. Ein Ausfall an dieser Stelle könnte die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen.

Für die russische Führung ist der erneute Anschlag in einem abgeschirmten Militärwohnviertel eine schallende Ohrfeige. Wenige Kilometer vom Kreml entfernt gelingt es offenbar, ranghohe Generäle gezielt zu eliminieren – eine Sicherheitslücke, die Fragen zur Schutzfähigkeit des Geheimdienstapparats aufwirft.

Ob und wie der Kreml auf diesen zweiten tödlichen Anschlag innerhalb eines Jahres reagiert, bleibt offen. Eine Zuspitzung der Rhetorik gegenüber der Ukraine oder neue Sicherheitsmaßnahmen im Raum Moskau könnten folgen. Die Ermittlungen laufen.

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