Ein Rock, ein Kleid, eine Hose – für Vanessa Mai und Lola Weippert nie eine Einladung zur Belästigung. Mit einem provokanten Instagram-Post machen die Sängerin und die Moderatorin nun unmissverständlich klar: Das Problem sind nicht die Klamotten von Frauen, sondern die Männer, die Grenzen überschreiten. In einem Video, das sie in Schulmädchen-Outfits zeigt, tanzen die beiden und kündigen den „wichtigsten Reminder in diesem Sommer“ an.
Klare Botschaft an die „perversen Säcke“
Die Bildunterschrift des gemeinsamen Beitrags, den die beiden auf Instagram veröffentlichten, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Mit einer plakativen Inszenierung senden sie eine klare Botschaft gegen Victim Blaming und sexualisierte Belästigung.
Der Rock war nie zu kurz. Das Kleid war nie zu eng. Die Hose war nie zu knapp. Du bist einfach nur ein perverser Sack. Das Problem war noch nie das, was Frauen tragen. Das Problem sind Menschen, die glauben, sie hätten das Recht zu starren, zu kommentieren, zu begrapschen oder Grenzen zu überschreiten.Vanessa Mai und Lola Weippert
Die beiden Frauen, die regelmäßig in ihrem Podcast „Schön laut“ auch gesellschaftlich relevante Themen besprechen, stellen klar, dass die Schuld nie beim Opfer liegen darf.
Vielleicht hören wir endlich auf, zu fragen: 'Was hatte sie an?' Und fangen stattdessen an, zu fragen: 'Warum glaubt jemand, ihr Verhalten sei dadurch gerechtfertigt?'Vanessa Mai und Lola Weippert
Vanessa Mais eigene Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen
Für Vanessa Mai ist das Thema mehr als nur ein Post. Die Sängerin, die als Frontfrau der Band „Wolkenfrei“ früh im Rampenlicht stand, hat selbst mehrfach Grenzüberschreitungen erlebt. Besonders die erste Zeit sei von Momenten geprägt gewesen, in denen sie sich häufig unwohl fühlte. In einem Interview mit „Gala.de“ erklärte sie: „Es gibt Leute, die denken, dass sie dich mit dem Ticketkauf für eine Show gleich mitgekauft haben.“
Konkret schilderte sie eine Situation bei einem Meet & Greet, bei dem die Hand eines Fans für ein Foto „ein bisschen zu weit runtergerutscht“ sei. Ihre Reaktion fiel laut und selbstbewusst aus: „Nimm die Hand hoch auf die Schulter“, habe sie dem Mann gesagt. „Der war ganz perplex.“ Für den Fall einer weiteren Eskalation hätte sie die Situation umgehend abgebrochen.
Das Erlebnis habe ein „Gefühl von Hilflosigkeit“ hinterlassen, sagte sie dem Magazin „InTouch“. „Heute bin ich stärker und weiß, dass es wichtig ist, darüber zu sprechen und sich Unterstützung zu holen. Es gibt nichts, wofür man sich schämen müsste – die Verantwortung liegt immer bei der Person, die die Grenze überschreitet.“
Die 5D-Methode: Aktiv gegen Belästigung
Vanessa Mai ist nicht nur eine Stimme gegen Victim Blaming, sondern auch Gesicht der L'Oréal-Paris-Initiative „Standup – gegen Belästigung in der Öffentlichkeit“. In diesem Rahmen rät sie Betroffenen wie Unbeteiligten zur sogenannten 5D-Methode. Besonders das direkte Ansprechen („Direct“) oder das Ablenken der Situation hält sie für wirksame Mittel, um Täter zu stoppen und Betroffenen beizustehen.
Mit ihrem aktuellen Instagram-Statement wollen Mai und Weippert ein Zeichen setzen – und zeigen, dass sexuelle Belästigung kein Kavaliersdelikt ist. Der nächste Schritt: Betroffene ermutigen, sich zu wehren, und Unbeteiligte auffordern, nicht wegzusehen.





