Holm will absolute Mehrheit – AfD-Spitzenkandidat greift nach Ministerpräsidentenamt
KI-Bild
PolitikLandtagswahl MV

Holm will absolute Mehrheit – AfD-Spitzenkandidat greift nach Ministerpräsidentenamt

Mit 36 Prozent in Umfragen strebt Leif-Erik Holm die Alleinregierung an. Rückenwind erhofft er sich von der AfD in Sachsen-Anhalt – und attackiert die CDU scharf.

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern träumt von der Alleinregierung – und Leif-Erik Holm soll sie bringen. Der ehemalige Radiomoderator tritt bei der Landtagswahl am 20. September direkt gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an. In Umfragen liegt seine Partei bei 36 Prozent, Holm selbst peilt 45 Prozent an.

Kettenreaktion aus Magdeburg

Zwei Wochen vor der Wahl in Schwerin stimmt Sachsen-Anhalt ab. Dort gilt AfD-Spitzenkandidat Ulli Siegmund als Favorit. Holm setzt auf einen Sieg seines Parteifreundes, um Schwung für den eigenen Wahlkampf zu bekommen. „Wir alle hoffen auf Ulli“, sagte der Bundestagsabgeordnete der WELT.

Wir alle hoffen auf Ulli
Leif-Erik Holm (AfD-Spitzenkandidat)

Gleichzeitig misstraut Holm der CDU, die als möglicher Koalitionspartner gehandelt wird. „Die CDU würde am Ende wieder Frau Schwesig ins Amt verhelfen“, erklärte er und schließt damit eine Zusammenarbeit faktisch aus. Sein Ziel bleibt die absolute Mehrheit.

Die CDU würde am Ende wieder Frau Schwesig ins Amt verhelfen
Leif-Erik Holm (AfD-Spitzenkandidat)

Umstrittene Personalie an der Spitze

Für Kritik sorgt Holms Co-Vorsitzender und designierter Listenführer Enrico Schult. Der ehemalige NPD-Funktionär ist auf Holms Vorschlag Generalsekretär der Landes-AfD geworden. Holm gilt zwar nicht als Scharfmacher, hat die Radikalisierung der Partei aber mitgetragen.

Interne Konflikte und geleakte Chats scheinen der AfD im Nordosten nicht zu schaden. In Umfragen konnte sie ihr Ergebnis von 16,7 Prozent (2021) mehr als verdoppeln.

Erste Amtshandlung: Rundfunkstaatsvertrag kündigen

Als Ministerpräsident würde Holm sofort den Rundfunkstaatsvertrag kündigen – ein Thema, das den gelernten Volkswirt und früheren Radiomoderator persönlich berührt. Im Wahlkampf setzt er zudem auf Energiepolitik und fordert den Erhalt des Gaskraftwerks Lubmin.

Landesweit liegt die SPD von Ministerpräsidentin Schwesig nur noch bei 19 Prozent, die CDU rutscht auf rund zehn Prozent ab. Grüne und FDP drohen aus dem Landtag zu fallen. Sollte Holms Kalkül aufgehen, stünde Mecklenburg-Vorpommern vor einem historischen Machtwechsel – dem zweiten AfD-geführten Bundesland nach einer möglichen Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt.

Mehr aus

Politik