Vorfall am Flughafen Berlin
Bei über 30 Grad wollte die 25-jährige Fitness-Influencerin Edda Elisa Pilz am Flughafen Berlin-Brandenburg einen Lufthansa-Flug nach Österreich besteigen – in Sport-BH und enger Radlerhose. Die Angestellte am Gate stoppte die 25-Jährige beim Scannen der Bordkarte: „Sie können so nicht an Bord. Sie haben nichts an. Sie sind nackt.“
Lufthansa we need to talk.Edda Elisa Pilz, Fitness-Influencerin
Pilz holte eine Jacke, zog sie an und schloss auf Aufforderung den Reißverschluss. Die Mitarbeiterin habe zudem vorgeworfen, ihretwegen könne sich der Flug verspäten. Pilz äußerte später in einem viralen Instagram-Video, sie habe sich wie ein Mensch zweiter Klasse gefühlt.
Lufthansa verteidigt Dresscode
Die Airline betonte, die konkrete Wortwahl entspreche nicht den Standards, verwies jedoch auf ihre Beförderungsbedingungen. Demnach müssen Fluggäste Kleidung tragen, die dem Charakter einer öffentlichen Reise entspricht und das Wohlbefinden anderer Passagiere nicht beeinträchtigt. Das Personal habe hier einen Ermessensspielraum.
Gegenüber der „Bild“-Zeitung zeigte sich Pilz enttäuscht: „Wenn es Regeln gibt, akzeptiere ich sie. Aber dann zeigen Sie mir die Regeln.“ Lufthansa kündigte an, Berichte über Inkonsistenzen intern zu prüfen.
Kiewel appelliert an Respekt
Wenige Tage später schaltete sich ZDF-„Fernsehgarten“-Moderatorin Andrea Kiewel ein. In ihrer „SuperIllu“-Kolumne zeigte sie keinerlei Verständnis: Ein Sport-BH gehöre maximal ins Fitnessstudio, nicht in eine klimatisierte Flugzeugkabine. Sie kritisierte zudem einen generellen Mangel an Zurückhaltung im öffentlichen Raum.
Mädels, bitte, zieht euch was an!Andrea Kiewel, ZDF-„Fernsehgarten“-Moderatorin
Kiewel verschärfte ihre Worte mit einem Seitenhieb auf den Kurfürstendamm: „Der Berliner Ku’damm ist NICHT die Copacabana.“ Sie wünschte sich, dass Erfolg nicht nur an Likes und Klicks gemessen werde.
Debatte über Doppelmoral
Edda Pilz hatte in ihrem Video eine mögliche Doppelmoral angesprochen: Männer, die aus Mallorca zurückkehrten, stiegen oft ohne vergleichbare Kontrollen ein. Die Diskussion wirft Fragen auf, ob und wie Kleiderregeln geschlechtsspezifisch ausgelegt werden. Pilz will die Airline-Richtlinien weiter prüfen, während Lufthansa interne Inkonsistenzen einräumte.
Der Fall zeigt, wie ein einzelner Gate-Vorfall eine gesellschaftliche Debatte über Respekt, Angemessenheit und subjektive Ermessensspielräume entfachen kann. Die zentrale Frage bleibt: Was ist im öffentlichen Raum noch akzeptabel – und wer entscheidet das?





