Rücktritt nach WM-Aus
Der DFB muss für Wunschtrainer Jürgen Klopp wohl tief in die Tasche greifen: Die Gesamtkosten für den Trainerwechsel könnten sich im ersten Jahr auf rund 25 Millionen Euro belaufen. Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann verhandelt der Verband mit Red Bull über eine Ablösesumme – ein Novum in der DFB-Geschichte.
Nagelsmann, dessen Vertrag ursprünglich bis 2028 lief, gab am 3. Juli 2026 nach einer Krisensitzung mit der DFB-Führung seinen Abschied bekannt. Er sagte: „Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient." Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, erhält er eine Abfindung von rund sieben Millionen Euro.
"Ich bin aufgetankt, ich bin bereit"
Nahezu zeitgleich bestätigte der DFB, dass Jürgen Klopp der absolute Wunschkandidat ist. Der 59-Jährige, seit seinem Abschied vom FC Liverpool 2024 als TV-Experte und „Head of Global Soccer" bei Red Bull tätig, signalisierte Gesprächsbereitschaft. „Ich bin aufgetankt, ich bin bereit", erklärte Klopp aus New York. Vor einer endgültigen Einigung seien jedoch „intensive Gespräche" mit dem DFB nötig.
Ich bin aufgetankt, ich bin bereitJürgen Klopp
Doch der Weg zum Bundestrainer-Posten ist versperrt: Klopp besitzt bei Red Bull einen Vertrag bis 2029. Eine schriftliche Ausstiegsklausel existiert laut „Bild" und „Kicker" nicht – lediglich eine mündliche Absprache. Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff dementierte jegliche Klausel. Der DFB muss also mit dem Getränkekonzern eine Ablösesumme aushandeln.
25 Millionen Euro im ersten Jahr?
Die Zahlen sind gewaltig: Klopps Jahresgehalt als Bundestrainer wird auf zehn Millionen Euro taxiert. Mit der Nagelsmann-Abfindung (7 Mio.) und der geforderten Ablöse (einstelliger Millionenbetrag) könnten die Kosten auf 25 Millionen Euro steigen. Lothar Matthäus kommentierte: „Da geht nichts im einstelligen Millionenbereich. Das ist ein Gesamtpaket, das Kopfschmerzen bereitet."
Laut Transfer-Experte Fabrizio Romano ist eine grundsätzliche Einigung zwischen Klopp und dem DFB bereits erzielt. Die Vertragsauflösung mit Red Bull bleibe aber der letzte Knackpunkt. Ob der DFB die geforderte Summe zahlt oder Red Bull einlenkt, ist offen.
Klar ist: Der Verband steht vor einer richtungsweisenden Investition in die Zukunft der Nationalmannschaft – und einem finanziellen Kraftakt, der den Etat der kommenden Jahre prägen dürfte.





