45-jährige Zoologin Lydia Möcklinghoff stirbt bei Flugzeugabsturz in Brasilien
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PanoramaForscherin verunglückt

45-jährige Zoologin Lydia Möcklinghoff stirbt bei Flugzeugabsturz in Brasilien

Ihre Pionierarbeit zu Großen Ameisenbären machte sie zur internationalen Expertin – nun zerschellte ihr Kleinflugzeug kurz nach dem Start. Kollegen trauern um die leidenschaftliche Wissenschaftlerin.

Der Absturz

Nur Minuten dauerte der Flug, dann stürzte die zweimotorige Propellermaschine nahe Campo Grande in ein Waldstück. An Bord der Embraer/Neiva EMB-810D „Seneca“: die deutsche Zoologin Lydia Möcklinghoff (45) und ihr Pilot Henrique Martin de Carvalho (42). Beide kamen bei dem Aufprall am 3. Juli 2026 ums Leben. Dichter Nebel behinderte zu diesem Zeitpunkt die Sicht und gilt als mögliche Ursache für den Flugzeugabsturz.

Das Kleinflugzeug war kurz nach 6 Uhr Ortszeit vom Aeródromo Santa Maria in Campo Grande gestartet. Ziel war eine Forschungsregion im Pantanal, dem größten Binnenland-Feuchtgebiet der Welt. Nach Zeugenberichten und ersten Medienmeldungen gegen 6:20 Uhr schlug die Maschine nahe dem Flughafen auf. Rettungskräfte fanden das Wrack völlig zerstört, ein Experte sprach von einem nahezu senkrechten Aufprall. Die brasilianische Luftfahrtbehörde Cenipa hat die Ermittlungen zur genauen Absturzursache aufgenommen.

Pionierin der Ameisenbären-Forschung

Lydia Möcklinghoff, geboren 1981 in Wilhelmshaven, galt als weltweit führende Expertin für das Verhalten Großer Ameisenbären. Seit 2009 erforschte sie die gefährdete Art im Pantanal – als erste Wissenschaftlerin über einen so langen Zeitraum. Ihre Diplomarbeit schrieb sie an der Universität Würzburg in den Fächern Tropenökologie und Verhaltensbiologie. Neun Monate im Jahr lebte sie in Köln, drei Monate forschte sie in der brasilianischen Wildnis.

Einem breiten Publikum wurde sie durch Auftritte in der „Sendung mit der Maus“ bekannt. Auch in Talkshows wie „Markus Lanz“ und im eigenen WDR-Podcast „Lydias Pantanal-Tagebuch“ vermittelte sie ihre Begeisterung für die bedrohten Tiere. Ihr Buch „Die Supernasen“ erschien im Verlagshaus Piper. Erst am Tag vor dem Unglück war sie in Campo Grande eingetroffen, um ihre jahrelange Feldforschung fortzusetzen.

Der Zoo Dortmund, mit dem Möcklinghoff eng zusammenarbeitete, zeigte sich „mit großer Bestürzung“ über den Verlust. Man verliere mit ihr „nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, sondern vor allem einen warmherzigen, lebensfrohen und außergewöhnlich engagierten Menschen“. Ihre Erkenntnisse seien direkt in die Haltung der Großen Ameisenbären eingeflossen. Auch die Tropenökologin Frauke Fischer, eine langjährige Weggefährtin, äußerte tiefe Betroffenheit.

Auf Möcklinghoffs Instagram-Profil wurde ihr Tod mit den Worten bestätigt: „Danke für deine grenzenlose Neugier und Freundlichkeit. Du wirst schmerzlich vermisst werden.“ Die Biologin hinterlässt eine Lücke in der internationalen Feldforschung. Ob die Arbeit im Pantanal fortgesetzt werden kann und welche Publikationen noch ausstehen, ist derzeit ungewiss.

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