Birgit Schrowange rechnet mit RTL-Sparmaßnahmen ab
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Birgit Schrowange rechnet mit RTL-Sparmaßnahmen ab

Die ehemalige RTL-Moderatorin blickt wehmütig auf goldene TV-Zeiten zurück und kritisiert den Stellenabbau des Senders. 600 Jobs fallen weg – und Schrowange ist in Kontakt mit Betroffenen.

Rund 600 Stellen streicht RTL Deutschland – der Sparkurs trifft nicht nur Unbekannte hinter den Kulissen, sondern auch prominente Gesichter. Nun meldet sich eine ehemalige Größe des Senders zu Wort und teilt gegen den Rotstift aus: Birgit Schrowange (68). Die langjährige „Extra“-Moderatorin, die selbst seit Jahren nicht mehr im TV-Geschäft tätig ist, steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit früheren RTL-Kolleginnen und zeigt sich betroffen von den Entlassungen. Im Interview mit der Abendzeitung München blickt sie wehmütig auf ihre eigene Karriere zurück – und wird zur scharfen Kritikerin der aktuellen Sparmaßnahmen.

Wehmütiger Blick zurück

Ich hatte ein Riesenglück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.
Birgit Schrowange (Ehemalige RTL-Moderatorin)

Die Zeiten, in denen bei RTL Geld für große Produktionen da war, seien endgültig vorbei. Schrowange erinnert sich an ihre eigene Hochphase und zieht einen deutlichen Vergleich zur Gegenwart.

Zu meiner Zeit bei RTL konnten wir tolle Sendungen machen. Es war genügend Geld da und man konnte sich so richtig austoben.
Birgit Schrowange (Ehemalige RTL-Moderatorin)

RTL streicht 600 Stellen

Die Kritik der Moderatorin kommt nicht von ungefähr: RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter hat einen massiven Stellenabbau angekündigt. Betroffen sind rund 600 Vollzeit- und Teilzeitstellen, eingespart wird ein „hoher zweistelliger Millionenbetrag“ bei den Personalkosten. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei weitgehend vermieden werden – gemeinsam mit den Betriebsräten wurde ein Abfindungsprogramm ausgehandelt.

Neben vielen Jobs hinter der Kamera hat es auch prominente Moderatoren getroffen: Annett Möller, Simon Beeck und Annika Lau mussten in den vergangenen Wochen gehen. Dass sie selbst nicht mehr betroffen ist, kommentiert Schrowange nüchtern mit ihrem „Riesenglück“ – doch die Sorge um ehemalige Kolleginnen bleibt.

Streaming statt Familienabend

Schrowange selbst hat ihr Fernsehverhalten längst umgestellt. Sie streamt, anstatt gezielt lineare Sendungen einzuschalten. Den Wandel der Sehgewohnheiten beobachtet sie präzise – und sieht vor allem die jüngere Generation abwandern.

Die jungen Leute, die gucken natürlich YouTube oder streamen. Ich selbst setze mich mittlerweile auch nicht mehr vor den Fernseher und schalte gezielt zu einer Sendung ein – ich streame. Das Verhalten hat sich komplett geändert.
Birgit Schrowange (Ehemalige RTL-Moderatorin)

Ganz abschreiben will sie das klassische Fernsehen jedoch nicht. Für ältere Generationen bleibe es relevant. Besonders wehmütig wird sie beim Gedanken an das verlorene Gemeinschaftserlebnis vor dem Bildschirm.

Wenn ich zurückblicke auf die Zeit, zu der ich noch Fernsehansagerin beim ZDF war: Das war wie so ein Lagerfeuer. Man versammelte sich um 20.15 Uhr, die Kinder waren schön gebadet im Schlafanzug und dann kam irgendeine Show, die man sich als Familie zusammen angeschaut hat. So etwas gibt es heute kaum noch.
Birgit Schrowange (Ehemalige RTL-Moderatorin und ZDF-Fernsehansagerin)

Endgültiger Abschied vom TV

Ihre eigene TV-Karriere endete 2022, nachdem zwei Sat.1-Formate („Birgits starke Frauen“ und „Wir werden mehr“) abgesetzt wurden. Schrowange, die bereits 2019 nach 25 Jahren bei RTL aufgehört hatte, steht seither nicht mehr vor der Kamera. Die goldenen TV-Jahre, an die sie sich erinnert, sieht sie als abgeschlossenes Kapitel – und dennoch beobachtet sie die Branche weiter genau.

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