Unfassbare elf Tage
Elf Tage und Nächte lang blieb Katy Karrenbauer allein mit ihrer sterbenden Mutter Erika. Die 90-Jährige, die ein Jahr zuvor noch ihren Mann verloren hatte, kämpfte gegen eine schwere Krankheit – doch einen Platz im Pflegeheim lehnte die Tochter ab. „Das hätte mir das Herz gebrochen“, erklärt die „Hinter Gittern“-Darstellerin in einem emotionalen Instagram-Post, über den mehrere Medien berichteten. Stattdessen sorgte die Familie mit Unterstützung von Pflegekräften dafür, dass Erika zu Hause bleiben konnte.
Am Sonntag, dem 5. Juli 2026, erlag die Mutter ihrer Krankheit. Karrenbauer, die bereits vor einem Jahr ihren an Demenz erkrankten Vater zu Hause gepflegt hatte, stand nun erneut vor einem schweren Abschied – und teilte ihn diesmal öffentlich.
Du hast mir mein Leben geschenkt, meinen ersten Atemzug und mein Geschenk an dich war, deinen letzten Atemzug zu begleiten und zu ertragenKaty Karrenbauer
Die Schauspielerin dankte besonders ihrer Schwester für jahrelange Unterstützung sowie den beteiligten Ärzten und Pflegern. Trotz aller Hilfe blieben die letzten elf Tage ein einsamer Kampf: „Deiner aber war unfassbar schwer und Gott war nicht gnädig, auch nicht, als ich ihn anflehte, dich zu sich zu nehmen, weil ich dein Leid kaum noch ertragen konnte.“
Die Mutter als beste Freundin
In ihrem langen Beitrag würdigte Karrenbauer die Verstorbene liebevoll: „Meine kleine Mama, mein kleines Mütterchen, beste Freundin, engste Vertraute“ – und „der einzige Mensch, der mich bedingungslos liebte, der mir immer das schönste Lächeln schenkte, wenn ich kam und mir zuwinkte, wenn ich fuhr, bis ich außer Sicht war“. Erika sei eine bescheidene, herrlich unkomplizierte Frau gewesen, die weder Diamanten noch Gold brauchte.
Du brauchtest keine Diamanten und kein Gold, mit bunten Blumen konnte man dir die allergrößte Freude machen. Und mit Zeit!Katy Karrenbauer
Neben dem Schmerz erinnerte Karrenbauer auch an glückliche Momente: gemeinsame Cabrio-Ausflüge, spontane Unternehmungen und das Tanzen mit schwingenden Armen zum Chanson „La Mer“.
Öffentliche Trauerarbeit
Weil das Leben ihrer Mutter so lang gewesen sei, veröffentlichte Karrenbauer kurz darauf einen zweiten Beitrag mit weiteren Erinnerungen – und erntete dafür offenbar Kritik aus der eigenen Familie. Der Vorwurf: Sie würde ihre Mutter in die sozialen Medien „zerren“.
Die 63-Jährige konterte mit einer einfachen Frage: „Wer wird denn von dir erzählen, wenn nicht ich?“ Für sie war der öffentliche Abschied ein letzter Liebesdienst. „Gute Reise, meine kleine Mama“, schrieb sie, „jetzt wirst du mir nie mehr zuwinken. Davor habe ich mich am meisten im Leben gefürchtet. Danke für alles.“
Gute Reise, meine kleine Mama, jetzt wirst du mir nie mehr zuwinken. Davor habe ich mich am meisten im Leben gefürchtet. Danke für alles.Katy Karrenbauer





