Diplomatischer Doppelschlag am 4. Juli
In Kiew heulten die Sirenen, als am 4. Juli 2026 die Telefondiplomatie zwischen Washington, Moskau und Kiew auf Hochtouren lief. Am 250. Unabhängigkeitstag der USA sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump – und der kurz darauf fast 90 Minuten mit Kremlchef Wladimir Putin. Beide Gespräche kreisten um ein Ende des Kriegs, wie Reuters berichtete.
Selenskyj zeigte sich danach optimistisch: „Es gibt eine reale Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die Entschlossenheit Amerikas wird dabei entscheidend sein.“ Beide Politiker vereinbarten, ihre Gespräche beim NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli persönlich fortzusetzen.
„Eingefrorenes“ Schlachtfeld
Ein hochrangiger US-Beamter beschrieb die militärische Lage als festgefahren. Trump verspüre eine „echte Dringlichkeit, dem ein Ende zu setzen“. Der Kreml bestätigte, dass Trump Putin gegenüber seine Bereitschaft bekräftigt habe, auf ein rasches Ende hinzuarbeiten.
Das Schlachtfeld ist in den letzten Monaten eindeutig eingefroren, und keine Seite macht große Fortschritte. Der Präsident verspürt eine echte Dringlichkeit, dem ein Ende zu setzen.Ein hochrangiger US-Beamter
Kreml-Außenberater Juri Uschakow nannte das Gespräch zwischen Trump und Putin „sachlich und recht konstruktiv“. Der US-Präsident habe angeboten, seine Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner erneut nach Moskau zu entsenden. Putin wiederholte indes Russlands Kernforderungen und warf Kiew vor, auf eine Eskalation zu setzen.
Der amerikanische Präsident hat erneut seine Bereitschaft bekräftigt, auf ein rasches Ende der Kampfhandlungen hinzuarbeiten und Lösungen zur Überwindung der Krise zu finden.Juri Uschakow, Kreml-Außenberater
Kiews kritischer Bedarf: Patriot-Raketen
Für Selenskyj ist das Treffen mit Trump auch ein dringender Hilferuf. In der Nacht zum 6. Juli feuerte Russland 23 ballistische Raketen auf Kiew – die Ukraine konnte keine einzige abfangen, wie der Guardian berichtete. Ein Wohnhaus im historischen Stadtteil Podil wurde getroffen, Menschen waren eingeschlossen. Der Grund: Es fehlt an Patriot-Abfangraketen.
Die ukrainische Regierung spricht von einer „kritischen“ Lage, da das Land fast vollständig von US-Systemen abhängt. „Deshalb wollen wir ein Treffen in Ankara, um herauszufinden, wie die Situation bei der Luftverteidigung und unserer künftigen Strategie aussieht“, zitierte der Kyiv Independent einen Beamten.
Selenskyj möchte einige Ideen mit Trump besprechen. Jeder kann sehen, dass sich der Krieg verändert, und einer der Gründe dafür ist die wachsende Stimmung in Russland – die Menschen wollen, dass Putin den Krieg beendet.Ein hochrangiger ukrainischer Beamter
Diplomatische Sackgasse und nächste Schritte
Die Bemühungen um ein direktes Treffen zwischen Selenskyj und Putin stocken. Moskau besteht darauf, dass der ukrainische Präsident nach Russland reisen müsse – für Kiew ein Manöver, echte Gespräche zu vermeiden. Parallel dazu beansprucht Russland die Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka für sich, was die Ukraine als „Lüge“ zurückweist.
Beim Gipfel in Ankara wird Trump die NATO-Partner zu höheren Verteidigungsausgaben drängen. Die Bündnisstaaten wollen ihre Ukraine-Hilfen für 2026 auf 70 Milliarden Euro festschreiben. Ob die Telefondiplomatie des 4. Juli das Sterben an der Front beenden kann, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.





