Am Samstag jagten Dutzende Demonstranten ein Reporterteam von Apollo News durch Erfurts Innenstadt. Der Journalist Jonas Aston wurde zu Boden getreten, als er bereits lag – mit einer Platzwunde musste er ins Krankenhaus. Jetzt rechtfertigt das linke Bündnis „Widersetzen“ die Attacke.
Die Angriffe ereigneten sich am 4. Juli 2026 am Rande der Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag. Das Bündnis „Widersetzen" hatte mit Zehntausenden mobilisiert, um die Tagung komplett zu blockieren. Nach Polizeiangaben wurden drei Vertreter von Apollo News körperlich angegriffen, einem weiteren Journalisten der Jungen Freiheit das Handy geraubt.
„Faschisten mit Presseausweis“
Auf einer Pressekonferenz am Sonntag fragte ein Apollo-News-Reporter, ob „Widersetzen" die Gewalt verurteile. Die Aktivisten wiesen ihn zunächst ab: „Fragen von Apollo News nehmen wir nicht entgegen." Dann legte Sprecher Noa Sander nach.
Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen.Noa Sander, Sprecher des Bündnisses Widersetzen
Das ebenfalls protestierende Zentrum für Politische Schönheit sekundierte auf X, rechtsextreme Medien fielen „mit Sicherheit nicht unter die Pressefreiheit". Sander drohte zudem CDU und BSW: Sollten sie der AfD zur Macht verhelfen, würden sie zum „nächsten Aktionsziel".
„Wer Gewalt gegen Journalisten anwendet, greift die Demokratie an“
Wer Gewalt gegen Journalisten anwendet, der greift die Demokratie an.Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion (CDU)
Bundesweit verurteilten Politiker die Attacken. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) bestätigte, die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen übernommen. Die Beamten sicherten umfangreiches Bild- und Videomaterial, unter anderem von einem BILD-Reporter, und fahnden nach den flüchtigen Tätern.
Die drei Apollo-News-Journalisten waren nach eigenen Angaben am Samstag minutenlang von einer vermummten Menge verfolgt worden. Reporter Jonas Aston lag bereits am Boden, als ihm ein Angreifer gegen den Kopf trat. Eine Spezialeinheit brachte das Team in Sicherheit. Die Journalisten stellten Strafanzeige.
Der Angriff und die nachfolgende Rechtfertigung werfen ein Schlaglicht auf die Radikalisierung am Rande der Proteste. Vor dem Parteitag hatten die Organisatoren versichert, „von uns wird keine Eskalation ausgehen". Die Polizei steht nun vor der Aufgabe, die Täter zu identifizieren – und die Grenzen der Pressefreiheit neu zu vermessen.





