Rekordhoch für AfD in Sonntagsfrage
Die Unzufriedenheit mit der schwarz-roten Bundesregierung erreicht neue Höchststände – und treibt die AfD in der Wählergunst auf ein Rekordhoch. Laut INSA-Meinungstrend vom 7. Juli 2026 erreicht die Alternative für Deutschland 29 Prozent. CDU/CSU kommen nur noch auf 22 Prozent, die Grünen auf 13, die SPD fällt mit 12,5 Prozent sogar hinter die Linke (10,5 Prozent) zurück. BSW und FDP blieben bei jeweils 4 Prozent hängen.
84 Prozent sorgen sich um Deutschland
Parallel dazu zeigen die Umfragen eine tiefe Verunsicherung der Bevölkerung. 84 Prozent der Befragten äußerten große oder sehr große Sorge um Deutschland. 64 Prozent glauben, dass keine denkbare Koalition die Probleme des Landes lösen könne. Nur 11 Prozent zeigten sich gering besorgt. Für die Schwäche machen 42 Prozent beide Regierungsparteien gleichermaßen verantwortlich, 37 Prozent sehen die Hauptschuld bei der Union, 14 Prozent bei der SPD.
84 Prozent der von uns Befragten glauben, dass es Personen gibt, die ihre Meinung nicht äußern, weil sie Angst vor Konsequenzen haben.Hermann Binkert, INSA-Chef
Diese Einschätzung einer verbreiteten Angst vor offener Meinungsäußerung deckt sich mit weiteren Zahlen: 61 Prozent machen sich inzwischen große Sorgen um das Recht auf freie Meinungsäußerung. Besonders hoch ist die Sorge unter AfD-Anhängern (84 Prozent), aber auch bei BSW- (65) und Linkspartei-Wählern (63). Selbst unter Unions- und Grünenwählern ist knapp die Hälfte beunruhigt.
Reformpaket verfängt nicht
Die Bundesregierung reagierte auf die Missstimmung mit dem Reformpaket "Programm für Aufschwung und Beschäftigung". Es sieht Steuersenkungen für Familien und Arbeitnehmer ab 2027 vor: Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld steigen, der Spitzensteuersatz greift später. Eine vierköpfige Familie mit 60.000 Euro Einkommen soll ab 2028 um mehr als 600 Euro jährlich entlastet werden. Gegenfinanziert wird dies durch höhere Abgaben für Spitzenverdiener ab 250.000 Euro.
Doch die Skepsis der Bürger ist groß: 43 Prozent erwarten von der Reform keine erheblichen Änderungen für ihr persönliches Leben. Kanzler Friedrich Merz hatte selbst erwartungsdämpfend gesagt: "Es gibt nicht den einen großen Big Bang, der alles löst."
Die anhaltende Polarisierung spiegelt sich auch in der Debatte um eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD: 41 Prozent der Befragten sprachen sich für ein Ende der "Brandmauer" aus, 47 Prozent lehnen eine Regierungsbeteiligung weiterhin ab. Der Abstand zwischen AfD und Union beträgt nun sieben Prozentpunkte – eine schwere Hypothek für die Koalition.
Weitere Details der aktuellen INSA-Umfrage zeigen, wie tief die Verunsicherung reicht.





