Zwei Angriffe am Hauptbahnhof
Es waren zwei Momente, die Yvonne Catterfeld das Sicherheitsgefühl in Berlin raubten. Am Hauptbahnhof wurde die 46-jährige Sängerin und Schauspielerin gleich zweimal bedroht – beide Male am helllichten Tag. Doch weder Passanten noch Polizei griffen ein. „Es ist keiner da, keine Polizei. Es kam niemand“, empört sich Catterfeld im Interview mit der Bunten.
Ich hatte zwei sehr unangenehme Begebenheiten auf dem Hauptbahnhof in Berlin, wo ich denke: 'Warum ist hier niemand?' Ich wurde zweimal richtig bedroht. Wenn mir jetzt was passiert wäre. Es ist keiner da, keine Polizei. Es kam niemand.Yvonne Catterfeld
Die Täter kannten sie offenbar nicht – oder doch? „Einer hat mich nicht erkannt, und einer hat mich erkannt. Und der kam mir sehr nahe“, beschreibt sie die beklemmenden Situationen. Details zu den Vorfällen will sie nicht nennen. Nur so viel: Sie stand völlig allein da.
Einer hat mich nicht erkannt, und einer hat mich erkannt. Und der kam mir sehr nahe.Yvonne Catterfeld
Umzug als Konsequenz
Die Bedrohungen waren ein Weckruf. Nach 24 Jahren in Berlin packte Catterfeld ihre Koffer und zog mit ihrem Lebensgefährten Adam von Mack und ihrem Sohn Charlie (12) ins Münchener Umland. „Berlin ist einfach aggressiver geworden“, sagt sie rückblickend. Auch Taxifahrer hätten ihr von immer mehr Übergriffen berichtet.
In Bayern fühlt sich die Familie sicherer. Catterfeld lobt die sichtbare Polizeipräsenz: „Ich gehe, ehrlich gesagt, lieber hier auf den Bahnhof und sehe, da ist Polizei.“ Sie fahre nun sogar wieder bedenkenlos S-Bahn.
Ich gehe, ehrlich gesagt, lieber hier auf den Bahnhof und sehe, da ist Polizei. Ich fühle mich hier einfach wohler.Yvonne Catterfeld
Lebensqualität statt Großstadt-Aggression
Neben der Sicherheit schätzt sie die neuen Freiräume für ihren Sohn. „Man kann Kinder hier mehr loslassen“, schwärmt die Sängerin. Das sei ein entscheidender Pluspunkt für den Umzug. Trotzdem blickt sie nicht nur negativ auf Berlin: „Mit 20 war das was anderes. Da war das cool, da war das eine tolle Stadt. Es gibt ja auch schöne Orte.“
Berlin ist einfach aggressiver geworden.Yvonne Catterfeld
Die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage an deutschen Bahnhöfen. Während Catterfeld die Zustände in Berlin anprangert, bleibt die Frage: Fühlt sich dort noch jemand verantwortlich?





