Zehn Millionen Euro für den Wegzug
In einem aktuellen Twitch-Stream hat MontanaBlack (bürgerlich Marcel Eris) seinem Ärger Luft gemacht: Ohne die Wegzugsteuer wäre er längst nicht mehr in Deutschland. „Der Vaterstaat hält mich als Sklave“, so der 38-Jährige wörtlich. Der Grund: Seine Anteile an der Gönrgy GmbH, dem erfolgreichen Energy-Drink, der sein Vermögen ausmacht.
Wenn du auswandern möchtest – dein Unternehmen ist, sagen wir jetzt mal als Beispiel, 50 Millionen wert – deine Firmenanteile und alles. Zahl uns jetzt mal direkt 10 Millionen Wegzugsteuer. Dann darfst du gehen.Marcel Eris (Streamer & Unternehmer (MontanaBlack))
Bei einem fiktiven Unternehmenswert von 50 Millionen Euro würde die Steuer rund 27 Prozent betragen – etwa zehn Millionen Euro, wie Raptastisch zitiert. Das Brisante: Die Wegzugsteuer wird auf einen fiktiven Veräußerungsgewinn erhoben. MontanaBlack müsste zahlen, als hätte er sein Unternehmen verkauft, ohne es tatsächlich zu veräußern.
Auswandern zum Luxusgut
MontanaBlack besitzt bereits einen Zweitwohnsitz in Amsterdam und hat Immobilien in Südeuropa besichtigt, zuletzt auf Mallorca. Viele seiner Streamer-Kollegen sind bereits steuergünstig im Ausland ansässig. Doch der Unternehmer sieht sich in einer Steuerfalle: „Du denkst, du bist frei? Du bist selbstständig und hast alles, was du machen willst, selbst in der Hand? Nein, du bist unser kleiner Sklave, Digga. Du bist unser kleiner Zahlsklave“, wetterte er laut Promiflash.
Das Problem: Der 38-Jährige räumte ein, kaum Bargeld zu besitzen. Eine zehn Millionen Euro schwere Steuerzahlung aus laufenden Einnahmen zu stemmen, sei unmöglich. Ein Verkauf des Unternehmens komme für ihn derzeit aber nicht infrage.
Gesetz mit Stundungsoption – aber mit Risiko
Tatsächlich ist die Wegzugsteuer in § 6 des Außensteuergesetzes geregelt und soll verhindern, dass in Deutschland geschaffene stille Reserven durch Wegzug unversteuert bleiben. Betroffen sind Gesellschafter mit mindestens einem Prozent der Anteile und sieben Jahren Steuerpflicht in Deutschland. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Steuer über sieben Jahre zinslos gestundet werden – was MontanaBlacks Darstellung einer sofortigen Zahlungspflicht relativiert. Doch die Steuerschuld an sich bleibt bestehen und schränkt seine Bewegungsfreiheit massiv ein.
MontanaBlack, der früher mit Suchtproblemen kämpfte und heute trocken ist, hat sich vom Kleinkriminellen zum Multimillionär hochgearbeitet. Seine Wut über den „Vaterstaat“ ist unüberhörbar. Ob er am Ende doch den Verkauf seines Lebenswerks in Kauf nimmt oder einen Weg findet, die Steuerlast zu umgehen, bleibt offen.





