Russo-Brüder holen Free Willy zurück – wird der Orca zur CGI-Kreatur?
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Free-Willy-Remake

Russo-Brüder holen Free Willy zurück – wird der Orca zur CGI-Kreatur?

Warner Bros. und die Avengers-Macher planen ein Reimagining des 90er-Jahre-Phänomens. Das Original um den Wal Keiko löste eine Artenschutzbewegung aus – das Remake wirft neue ethische Fragen auf.

Die Ankündigung

Am 9. Juli 2026 machte der Hollywood Reporter exklusiv publik: Warner Bros. und die Russo-Brüder entwickeln ein Reimagining des Familienklassikers „Free Willy“. Für das Drehbuch zeichnen Mary-Margaret Kunze und Jade Halley Bartlett verantwortlich, die als Duo „Biscuit Belly Productions“ firmieren.

Anthony und Joe Russo („Avengers: Endgame“) sind als Executive Producer an Bord. Die AGBO-Produzenten Angela Russo-Otstot, Michael Disco und Kassee Whiting leiten das Projekt. Lauren Shuler Donner, die bereits hinter der Original-Trilogie stand, produziert gemeinsam mit Courtney Baker. Ein Regisseur, eine Besetzung und ein Zeitplan stehen noch aus.

Das Erbe von 1993

Simon Wincers Originalfilm um den Waisen Jesse und den gefangenen Orca Willy spielte bei 20 Millionen Dollar Budget weltweit 153,7 Millionen Dollar ein. Michael Jacksons Titelsong „Will You Be There“ stürmte die Charts. Der Orca Keiko, der Willy verkörperte, wurde zur Ikone der Anti-Walfang-Bewegung und half, das Image des „Killerwals“ zu entkräften.

Es folgten zwei Kinofortsetzungen (1995, 1997), eine animierte TV-Serie, CD-ROM-Spiele und eine Direct-to-Video-Produktion. Keiko selbst wurde nach jahrelanger Kampagne in isländische Gewässer ausgewildert – ein Symbol für den Wandel im Umgang mit Meeressäugern.

Blockbuster-Erfahrung und neue Impulse

AGBO, 2017 von den Russo-Brüdern gegründet, bewies mit dem Action-Franchise „Extraction“ und dem Oscar-Gewinner „Everything Everywhere All At Once“ ein Händchen für unterschiedliche Genres. Die Autorin Mary-Margaret Kunze kommt von Marvel Television („Daredevil“, „Agents of S.H.I.E.L.D.“), Jade Halley Bartlett adaptierte ihr eigenes Theaterstück für das Jenna-Ortega-Drama „Miller‘s Girl“.

Offen bleibt, wie das Remake mit dem tierethischen Erbe des Originals umgeht. Der reale Orca Keiko stand 1993 vor der Kamera – heute sind derartige Dreharbeiten kaum noch denkbar. Branchenbeobachter spekulieren über einen vollständig computeranimierten Willy, passend zu aktuellen Diskussionen über Tierwohl in der Filmindustrie.

Ein Kinostarttermin ist nicht genannt. Das Projekt reiht sich in einen anhaltenden Hollywood-Trend ein, 90er-Jahre-Klassiker für ein neues Publikum wiederzubeleben. Ob der neue Willy das Publikum ebenso bewegt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie das Filmteam die Spannung zwischen Unterhaltung und Artenschutz auflöst.