Zverevs Kniesturz beendet Final-Krimi: Sinner verteidigt Wimbledon-Thron
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Wimbledon 2026

Zverevs Kniesturz beendet Final-Krimi: Sinner verteidigt Wimbledon-Thron

Alexander Zverev lieferte Jannik Sinner den härtesten Kampf – bis ein folgenschwerer Ausrutscher im dritten Satz das Match kippte. Nach seinem Sturz half ihm der Italiener wieder auf die Beine, doch der Titel war verloren.

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Es war der große Fight, den Wimbledon sich erhofft hatte – über zwei Sätze hinweg. Dann, bei 3:3 im dritten Durchgang, zerstörte ein einziger Schritt die Hoffnungen von Alexander Zverev auf seinen ersten Wimbledon-Triumph. Der Deutsche rutschte auf dem Centre Court weg, überstreckte sich das rechte Knie, und Jannik Sinner ließ sich die Chance nicht nehmen. Der Italiener gewann 6:7(7), 7:6(2), 6:3, 6:4 und sicherte sich seinen zweiten Titel in SW19 in Folge.

Zverevs Raketenstart und Sinners kühle Antwort

Zverev war von Beginn an nicht wiederzuerkennen. Der 29-Jährige feuerte Aufschläge mit bis zu 224 km/h über das Netz und traf über 70 Prozent seiner ersten Versuche. Mit 81 Prozent gewonnenen Punkten beim ersten Aufschlag und einer plötzlich offensiven Vorhand setzte er den Titelverteidiger enorm unter Druck. Den ersten Satz entschied er im Tiebreak mit einem Vorhand-Winner die Linie entlang – 7:6(7) – und brüllte seine Freude Richtung Box.

Doch Sinner fand im zweiten Satz zurück. Er returnierte tiefer und zwang Zverev in längere Ballwechsel. Wieder ging es in den Tiebreak, diesmal dominierte der Weltranglistenerste und glich mit 7:6(2) aus. Die entscheidende Zäsur brachte der dritte Satz.

Beim Stand von 3:3 und nach exakt 2 Stunden 42 Minuten erlief sich Zverev den ersten Breakball des Matches. Sinner konterte mit einem überraschenden Stopp, Zverev sprintete los – und knickte bei der Richtungsänderung auf dem Rasen ein. Sein rechtes Knie überstreckte sich, er blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Was folgte, war eine vielbeachtete Geste: Sinner lief ums Netz, half seinem Gegner eigenhändig auf die Beine.

Zverev spielte weiter, doch die Verletzung war offensichtlich. Kurz darauf schenkte er Sinner mit einer verunglückten Vorhand das erste Break zum 5:3. Der Deutsche schleuderte frustriert seinen Schläger weg. Sinner servierte den Satz sicher mit 6:3 aus.

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Sinner krönt sich erneut – Zverev kämpft mit Diabetes und Knie

Im vierten Satz versuchte Zverev, mit reduzierter Beweglichkeit dagegenzuhalten, doch die ganz großen Vorhandbälle aus den ersten beiden Sätzen kamen nicht mehr. Sinner kontrollierte das Geschehen und verwandelte nach 3 Stunden und 47 Minuten seinen ersten Matchball zum 6:4. Es war sein fünfter Grand-Slam-Titel und die zehnte Pleite in Folge für Zverev gegen den Südtiroler.

Sinners Statistik untermauerte seine Souveränität: 58 Winner bei nur 25 unerzwungenen Fehlern, 80 Prozent gewonnene Punkte beim ersten Aufschlag. Zum zweiten Mal nach 2025 durfte er auf dem Centre Court die goldene Trophäe in die Höhe stemmen. Doch auch Zverev verließ Wimbledon nicht mit leeren Händen: Als Finalist rückte er auf Platz zwei der Weltrangliste vor und überholte den verletzt fehlenden Carlos Alcaraz.

Ich habe mein Knie wieder überstreckt, ähnlich wie vor zwei Jahren. Ich hatte Schwierigkeiten, mich beim Aufschlag richtig abzudrücken. Meine Aufschlaggeschwindigkeit ging deshalb runter. Aber ansonsten ging alles in Ordnung.
Alexander Zverev nach dem Finale gegenüber Reuters

Neben Sinner hatte Zverev auch mit seiner Typ-1-Diabetes zu kämpfen. Während der Seitenwechsel griff er zum Insulin-Pen, um seinen Blutzucker zu regulieren. Bereits eine Woche vor dem Finale war er in Halle durch einen Sensor-Fehlalarm in eine gefährliche Unterzuckerung geraten. Seine Stiftung zur Aufklärung über die Krankheit sieht er als Herzensanliegen: "Wenn wir auch nur einem einzigen Kind helfen können, bin ich der glücklichste Mensch der Welt."

Die Royal Box verfolgte das Drama mit Prinz William, Kate und den Kindern George und Charlotte. Für Zverev bleibt es eine schmerzhafte Niederlage, die von einem «Was wäre wenn» begleitet wird. Seine aggressive Spielweise soll ihn jedoch künftig näher an Sinner und Alcaraz heranführen – ein Ziel, das der mutige Auftritt im Finale greifbar erscheinen ließ.

Mehr zu Sinners Wimbledon-Serie auf jux.news.

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