"Ching Chong Chang": Kiewel sorgt für Rassismus-Skandal im ZDF-Fernsehgarten
Live in der zehnten Folge des ZDF-Fernsehgartens lacht Moderatorin Andrea Kiewel über eine Pokémon-Karte und ruft "Ching Chong Chang". Sofort hagelt es Rassismusvorwürfe, nun entschuldigt sie sich – doch Kritiker fordern Konsequenzen.
Rassismus-Eklat im ZDF-Fernsehgarten
Am Sonntag, dem 12. Juli 2026, kam es in der Live-Ausgabe des ZDF-Fernsehgartens zu einem Eklat: Moderatorin Andrea Kiewel (61) interviewte zwei Pokémon-Sammlerinnen, die ein Set mit Pikachu-Karten in neun Sprachen präsentierten. Bei einer japanischen Karte unterlief Kiewel ein folgenschwerer Fehler – sie bezeichnete sie als chinesisch und rief dann lachend: „Chinesisch, Ching Chong Chang!“ Die Szene verbreitete sich binnen Stunden viral.
Der Ausdruck „Ching Chong Chang“ gilt als rassistische, klischeehafte Imitation asiatischer Sprachen und wird seit Langem als herabsetzend kritisiert. Zuvor hatte Kiewel europäische Karten korrekt und mit charmanten Kommentaren versehen – für Asien blieb nur die Verballhornung. Das Video der zehnten Folge ist weiterhin in der ZDF-Mediathek abrufbar (Minute 1:04:10).
Scharfe Kritik auf TikTok und Instagram
Nur Stunden nach der Ausstrahlung brach die Empörung auf Social Media los. Der deutsche Content-Creator mr.fujicards, bekannt für Pokémon-Inhalte, veröffentlichte ein TikTok-Video, das bis Montagmittag über 600.000 Mal aufgerufen wurde. Er warf Kiewel Alltagsrassismus vor.
Es ist die Reproduktion von rassistischen Stereotypen, die viele asiatische Menschen tagtäglich erleben. Und so was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sagen, ist ein absolutes No-Go.mr.fujicards, Content-Creator
Auch die TikTokerin thiitrn_ (Thi) analysierte den Vorfall in einem ebenfalls hunderttausendfach geklickten Beitrag aus postkolonialer Perspektive. Sie kritisierte, dass europäische Sprachen von Kiewel „als gleichwertig“ behandelt worden seien, während die asiatische Sprache auf „bedeutungslose Laute“ reduziert werde.
Es geht darum, dass eine Sprache, die Kultur und letztendlich Menschen auf irgendwelche bedeutungslosen Laute reduziert werden.thiitrn_, TikTok-Aktivistin
Unter dem offiziellen Instagram-Beitrag des Fernsehgartens häuften sich wütende Kommentare: „Den rassistischen Vorfall bitte nicht wegignorieren! Das muss Konsequenzen haben“ und „Hätte gerne meine GEZ-Gebühren wieder. Möchte damit keinen Alltagsrassismus finanzieren“.
ZDF und Kiewel reagieren
Am Montag, den 13. Juli, schaltete sich der Sender ein. Eine ZDF-Sprecherin erklärte auf Anfrage: „Die spontan getätigte Äußerung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint. Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.“ Die Stellungnahme wurde auch als Kommentar unter dem besagten Instagram-Post veröffentlicht.
Viele Zuschauer empfanden die über die Sprecherin ausgerichtete Entschuldigung jedoch als unzureichend. „Kann sie auch selbst sagen, dann wäre es glaubhafter als ein Statement von einem mehrköpfigen Instagram-Management-Team“, hieß es. Andere warfen dem ZDF vor, die Verantwortung auf die Live-Situation abzuwälzen: „Es ist komplett egal, ob es von ihr rassistisch gemeint war oder nicht. Fakt ist, dass es rassistisch war“.
Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen oder verpflichtenden Sensibilisierungsschulungen reagierte das ZDF nicht. Die zehnte Fernsehgarten-Folge mit der inkriminierten Szene bleibt unverändert in der Mediathek – Kritiker sehen darin ein fehlendes Eingeständnis der gesamten Problematik.





