Tina Ruland rechnet ab: „Nicht die AfD, die Altparteien sind schuld“
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Emmy-Party Berlin

Tina Ruland rechnet ab: „Nicht die AfD, die Altparteien sind schuld“

Auf der Berliner Emmy-Party rechnet Schauspielerin Tina Ruland mit den etablierten Parteien ab. Vor dem Hintergrund von Kai Wegners Rückzug kritisiert sie fehlende Konsequenzen und wirft den Altparteien vor, die Bürger nur noch anzulügen.

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Abrechnung auf der Emmy-Party

Am Abend des 10. Juli 2026 verwandelte sich die glamouröse Emmy-Party im Berliner Schlosshotel Grunewald in eine politische Bühne. Vor Hunderten geladenen Gästen aus Medien, Kultur und Politik rechnete Schauspielerin Tina Ruland (59) schonungslos mit den etablierten Parteien ab. Ihr Frust entlud sich am selben Tag, an dem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) seinen Rückzug als Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl bekannt gab.

Ruland, bekannt aus „Manta, Manta“, fand im Interview mit dem YouTube-Channel „Tik Online“ deutliche Worte: „Was in der Politik im Moment passiert … ist extremst beängstigend!“ Sie warf den Altparteien vor, die Bürger systematisch zu belügen und nicht auf den Souverän zu hören. Die Politiker seien „die Arbeitgeber dieser Politiker“ – die Bevölkerung.

„Schuld der Altparteien am Aufstieg der AfD“

Angesprochen auf den Höhenflug der AfD sagte Ruland: „Na, wir wissen alle, was passieren wird. Und ganz ehrlich, daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.“ Wenn die etablierten Kräfte nicht zuhörten, sei es folgerichtig, dass Wähler sich anders orientierten – das liege allein in der Verantwortung der Altparteien.

Na, wir wissen alle, was passieren wird. Und ganz ehrlich, daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.
Tina Ruland (Schauspielerin)

Rulands Wutausbruch war kein isolierter Zwischenfall. Erst Stunden zuvor hatte Kai Wegner wegen einer monatelangen Kontroverse über sein Krisenmanagement nach einem Stromausfall im Januar seinen Rückzug erklärt. Wegner hatte fälschlich behauptet, am Tag nach dem Anschlag dienstliche Telefonate geführt zu haben, während er tatsächlich Tennis spielte. Ein Gerichtsurteil zugunsten des „Tagesspiegels“ deckte die Lücken auf.

Spanien-Vergleich und die Masken-Affäre

Besonders bitter kritisierte Ruland die fehlende Konsequenz in der deutschen Politik. Mit Blick auf die Masken-Affäre des Ex-Gesundheitsministers Jens Spahn zog sie einen internationalen Vergleich: „Wenn ich nach Spanien gucke: Der entsprechende Minister geht für 19 Jahre in den Knast, und Herr Spahn wird befördert. Das kann nicht sein.“

Es gibt scheinbar keine Ehre und kein Gewissen mehr in der Politik. Es geht nur noch darum: Wie bereichere ich mich selbst? Und dann bin ich irgendwann draußen und kriege noch bis an mein Lebensende wahnsinnig viel Geld. Das kann nicht sein.
Tina Ruland (Schauspielerin)

Ruland wohnt selbst im Berliner Südwesten, der vom tagelangen Stromausfall betroffen war. Bereits 2025 hatte sie beklagt, sich auf den Straßen der Hauptstadt nicht mehr sicher zu fühlen. Nun forderte sie einen Ehrenkodex in der Politik und den Verlust von Privilegien bei Verfehlungen.

Thomalla und Beil: „Solche Pfeifen braucht keiner“

Auch andere prominente Gästinnen ließen kein gutes Haar an den Altparteien. Schauspielerin Caroline Beil polterte über Wegner: „Richtig so. Ein Mensch, der lügt und Tennis spielt, während 45.000 Haushalte ohne Strom sind, sollte auch schleunigst zurücktreten, finde ich. Solche Pfeifen braucht keiner, sorry.“

Richtig so. Ein Mensch, der lügt und Tennis spielt, während 45.000 Haushalte ohne Strom sind, sollte auch schleunigst zurücktreten, finde ich. Solche Pfeifen braucht keiner, sorry.
Caroline Beil (Schauspielerin und Moderatorin)

Simone Thomalla warnte vor einer „Wutgesellschaft“ und stellte sich gegen eine Verbotsdebatte um die AfD. Sie sagte: „Und immer diese Verbote. Verbieten, verbieten, verbieten, AfD verbieten. Nein, sich um die Probleme kümmern der Menschen, die sie dahin bringen, die AfD zu wählen. Das ist die Alternative und nicht immer nur verbieten!“ Als DDR-Bürgerin finde sie es problematisch, dass kein offener Dialog mehr möglich sei.

Und immer diese Verbote. Verbieten, verbieten, verbieten, AfD verbieten. Nein, sich um die Probleme kümmern der Menschen, die sie dahin bringen, die AfD zu wählen. Das ist die Alternative und nicht immer nur verbieten!
Simone Thomalla (Schauspielerin)

Die Abrechnung der Stars zeigt: Der Frust über die politische Elite hat längst die Schickeria erreicht. Ob die Altparteien bis zur Berliner Wahl am 20. September noch Gehör finden werden, scheint fraglicher denn je.

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