Die Entlassung
Erleichterung und familiäre Extreme an einem Tag: Kronprinzessin Mette-Marit wurde am Dienstag nach ihrer Lungentransplantation aus dem Osloer Rikshospitalet entlassen. Die 52-Jährige hatte die lebensrettende Operation Mitte Juni überstanden und lag fast vier Wochen auf der Intensivstation. Ihr Zustand sei „den Umständen entsprechend gut“, erklärte Are Holm, Leiter der Lungenabteilung des Rikshospitalet.
In den kommenden sechs Monaten wird die dreifache Mutter ein intensives Rehabilitationsprogramm absolvieren und engmaschig auf mögliche Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen und Infektionen überwacht werden. Während dieser Zeit wird sie keine offiziellen Termine wahrnehmen.
Der Gesundheitszustand der Kronprinzessin ist den Umständen entsprechend gut. In den nächsten sechs Monaten wird sie ein Rehabilitationsprogramm absolvieren und engmaschig auf mögliche Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen und Infektionen überwacht werden.Are Holm, Leiter der Lungenabteilung, Rikshospitalet Oslo
Ihr bewegender Dank
Mette-Marit richtete anlässlich ihrer Entlassung ein bewegendes Dankesstatement an die Öffentlichkeit. Sie danke allen, die sich für eine Organspende entscheiden: „Das hat mir das Leben geschenkt, und Worte reichen nicht aus, um zu beschreiben, wie dankbar und demütig ich dafür bin.“ Nach ihrer Listung war die Spendenbereitschaft in Norwegen sprunghaft gestiegen.
Ich bin zutiefst dankbar. Zunächst möchte ich allen danken, die sich für eine Organspende entscheiden. Das hat mir das Leben geschenkt, und Worte reichen nicht aus, um zu beschreiben, wie dankbar und demütig ich dafür bin.Mette-Marit von Norwegen, Kronprinzessin von Norwegen
Auch ihrer Familie und dem gesamten medizinischen Personal sprach sie ihren Dank aus.
Einen besonderen Gruß schickte sie an Leidensgenossen mit Fibrose: „Mit Fibrose zu leben ist nichts für Weicheier, und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke, wie stark ihr seid.“
Kronprinz Haakon zeigte sich erleichtert: „Es ist eine große Erleichterung, die Kronprinzessin aus dem Krankenhaus nach Hause zu holen. Wir sind alle sehr froh, dass die erste Phase so gut verlaufen ist.“ Er werde seine royalen Pflichten fortsetzen, jedoch Anpassungen vornehmen, um Zeit mit seiner Frau zu verbringen. Zugleich sei man sich bewusst, dass noch ein langer Weg bevorstehe und Komplikationen auftreten könnten.
Es ist eine große Erleichterung, die Kronprinzessin aus dem Krankenhaus nach Hause zu holen. Wir sind alle sehr froh, dass die erste Phase so gut verlaufen ist.Haakon von Norwegen, Kronprinz von Norwegen
Marius kommt mit Fußfessel heim
Am selben Tag wie Mette-Marits Entlassung verließ auch ihr Sohn Marius Borg Høiby (29) das Gefängnis. Er war im Juni 2026 in einem aufsehenerregenden Prozess wegen zweier Vergewaltigungen und 32 weiterer Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist – seine Anwälte haben Berufung eingelegt –, ordnete das Bezirksgericht Oslo am Vortag an, dass er die verbleibenden vier Wochen Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel im Hausarrest auf Skaugum verbringen darf.
Sein Anwalt hatte argumentiert, Marius wolle „im Alltag mit seiner Familie und insbesondere mit seiner Mutter zusammen sein“. Am Dienstagmittag verließ er das Ila-Gefängnis in einem Wagen mit verdunkelten Scheiben – verfolgt von Kameras.
Ungewöhnliche Familienkonstellation auf Skaugum
Auf dem Familiensitz Skaugum trifft nun eine außergewöhnliche Konstellation zusammen: die genesende Kronprinzessin, ihr Mann Haakon, die aus Sydney zurückgekehrte Tochter Prinzessin Ingrid Alexandra (die ihr Studium unterbrochen hatte), Sohn Prinz Sverre Magnus – und nun auch Marius mit Fußfessel. Zudem wurde Mette-Marits Ex-Partner Morten Borg (58), Marius' leiblicher Vater, vor der Residenz gesichtet. Die Familie scheint in dieser bewegten Zeit zusammenzurücken.
Die Kronprinzessin hatte die lebensrettende Spenderlunge nur zwölf Tage nach ihrer Listung erhalten – eine extrem kurze Wartezeit, die vereinzelt Kritik an möglicher Bevorzugung ausgelöst hatte. Nun beginnt für sie und die königliche Familie ein neuer Abschnitt, der nicht nur von medizinischen Herausforderungen, sondern auch von der juristischen Bewährungsprobe ihres Sohnes geprägt ist. Ob die ungewöhnliche Wohngemeinschaft ihrer Genesung förderlich sein wird, bleibt offen.





