Neue Therapie in Dresden kommt nicht in Frage
Die Nachricht kam per Instagram-Video aus dem Universitätsklinikum Dresden: Eine vielversprechende neue Krebstherapie, auf die viele Fans große Hoffnungen gesetzt hatten, ist für Patrice Aminati keine Option. Die 31-Jährige leidet an schwarzem Hautkrebs im Stadium 4 – unheilbar, mit Metastasen in mehreren Organen. Am 14. Juli 2026 teilte sie mit: „Die Therapie kommt für mich leider nicht in Frage.“
„Die Therapie kommt für mich leider nicht in Frage.“
Bei der Behandlung handelt es sich um eine experimentelle Zell- und Gentherapie, die an der Uniklinik Dresden entwickelt wurde. Dabei werden körpereigene Abwehrzellen im Labor genetisch so verändert, dass sie ein spezifisches Merkmal des Tumors erkennen und die Krebszellen gezielt angreifen. Die Therapie befindet sich noch in einem frühen Forschungsstadium und wird jährlich nur rund 30 bis 40 Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen angeboten.
Der entscheidende Faktor: das HLA-System
Dass die Therapie für Aminati ausscheidet, liegt an ihrer genetischen Disposition. „Ich habe leider einen anderen HLA-Typ. Meine genetische Körperzellenstruktur springt darauf leider nicht an“, erklärte sie. HLA steht für Humane Leukozyten Antigene – individuelle Gewebemerkmale auf der Oberfläche von Körperzellen, die für die Immunabwehr entscheidend sind. Bei der Dresdner Therapie werden genau diese HLA-Strukturen genutzt, damit Immunzellen den Tumor aufspüren und vernichten können.
„Ich habe leider einen anderen HLA-Typ. Meine genetische Körperzellenstruktur springt darauf leider nicht an.“
Dennoch betonte Aminati den Wert der Methode für andere Betroffene: „Aber wer H-positiv ist, für den ist das ein Riesenfortschritt. Und dem kann diese Therapie wirklich sehr helfen. Leider ist das bei mir nicht der Fall.“
„Aber wer H-positiv ist, für den ist das ein Riesenfortschritt. Und dem kann diese Therapie wirklich sehr helfen. Leider ist das bei mir nicht der Fall.“
Gürtelrose und erneute Bestrahlung
Zeitgleich kämpft die Influencerin mit weiteren gesundheitlichen Problemen. Aus der Klinik berichtete sie: „Ich bin hier gerade zur Untersuchung und habe mal wieder Herpes, Gürtelrose … fragt nicht.“ Bereits Ende Juni hatte ein MRT ergeben, dass die bisherige Therapie bei einigen Metastasen nicht mehr ausreichend wirkt. Aminati muss sich nun einer zusätzlichen Strahlentherapie unterziehen.
„Ich bin hier gerade zur Untersuchung und habe mal wieder Herpes, Gürtelrose … fragt nicht.“
Erschöpfung nach über drei Jahren Kampf
Seit der Diagnose im April 2023 kämpft Aminati gegen den schwarzen Hautkrebs. Im Juli 2024 streute der Tumor in Lunge, Gehirn, Knochen, Leber, Nebenniere, Auge und Haut. Seit Mai 2025 wird sie palliativ behandelt. „Fragt nicht, wie es mir mit dieser Situation geht. Ich bin so müde, drei Jahre, drei Monate diese Scheiße – das ist ermüdend und man ist einfach ausgebrannt“, hatte sie bereits früher geschrieben. Sie sagt: „Diesen Rucksack, der schwerer und schwerer wird, den muss man alleine tragen.“
„Diesen Rucksack, der schwerer und schwerer wird, den muss man alleine tragen.“
Unterstützung bekommt sie vor allem von ihrer dreijährigen Tochter Charly Malika und ihrer Mutter Patrice Fischer, die einen Großteil des Alltags organisiert und sie zu Klinikterminen fährt. Die Trennung von Daniel Aminati Ende 2025 bedeutete einen weiteren Einschnitt; sie lebt nun mit der Kleinen in einer Einliegerwohnung im Haus ihrer Eltern bei Dresden.
Hoffnungsschimmer und öffentliches Engagement
Trotz aller Rückschläge schöpft Aminati Kraft aus einem Satz einer Mitpatientin: „Solange die Ärzte noch therapieren, haben Sie Hoffnung.“ Auf der Berliner Krebs-Messe YES!CON wurde sie im Juni mit dem „Ring of Courage“ ausgezeichnet – für ihren offenen Umgang mit der Krankheit und die Enttabuisierung von Krebs. Sie selbst sagt: „Du musst nicht immer stark sein, Hauptsache mach weiter.“
Für andere Betroffene bleibt die Dresdner Therapie ein wichtiger Fortschritt. Aminati selbst muss nun mit den vorhandenen Optionen weitermachen. Wie lange die Bestrahlungen noch Wirkung zeigen und ob andere experimentelle Ansätze in Frage kommen, ist offen. Fest steht: Der Kampf geht weiter, und Aminati will ihn öffentlich führen.





