Afghane jagt Passanten mit Messer – Dutzende Schulkinder fliehen in Panik
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Messerjagd in Ruhpolding

Afghane jagt Passanten mit Messer – Dutzende Schulkinder fliehen in Panik

Am Bahnhof Ruhpolding bedrohte ein 28-Jähriger am frühen Morgen einen Schaffner und mehrere Passanten mit einer 15-Zentimeter-Klinge. Drei Kinder wurden bei der panischen Flucht verletzt, 43 Schüler fanden Schutz in einer Schul-Turnhalle.

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Eskalation in der Regionalbahn

Um 7:13 Uhr gingen am Mittwochmorgen die ersten Notrufe bei der Polizei ein. In der Regionalbahn 53, die am Bahnhof Ruhpolding in Richtung Traunstein stand, war ein Streit bei einer Fahrkartenkontrolle außer Kontrolle geraten. Ein 28-jähriger afghanischer Asylbewerber zog plötzlich ein Messer mit rund 15 Zentimeter langer Klinge und bedrohte einen Schaffner.

Der Mann war zuvor bereits unangenehm aufgefallen. Eine Zugbegleiterin hatte ihn zum Verlassen des Wagens aufgefordert, woraufhin er sie schubste. Hinzueilende Schaffner erlebten, wie er die Klinge zückte. Auf dem Bahnsteig setzte sich die Eskalation fort. Exklusive Videoaufnahmen zeigen, wie der Täter mit gezücktem Messer auf zwei Passanten zustürmt und mehrfach ausholt – die Männer entgehen den Stichen nur um wenige Zentimeter. Während des Angriffs soll er laut auf Arabisch herumgeschrien haben.

Panik unter Schulkindern

Zum Tatzeitpunkt befanden sich zahlreiche Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg in der Bahn und am Bahnsteig. Ein Schaffner rief den Kindern zu: „Haut ab!“ Sie flohen in Panik. Ein Geschäftsinhaber nahe des Bahnhofs schilderte gegenüber bgland24.de: „Es war die totale Panik und die Schüler sind in alle Himmelsrichtungen gerannt.“ Eine Gruppe suchte Schutz in einer Bäckerei, andere drängten sich in einen kleinen Laden, wo zeitweise 20 bis 30 Kinder ausharrten. Eine Mutter, die ihre eigenen Kinder aus dem Zug geholt hatte, rief dem Ladeninhaber zu: „Sperr zu, sperr zu, da läuft einer mit einem Messer herum!“

Drei Kinder wurden bei der panischen Flucht leicht verletzt. Die Polizei richtete in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule Ruhpolding eine Betreuungsstelle ein. 43 Kinder und Jugendliche sowie 15 Erwachsene nahmen das Angebot wahr. Sie wurden durch die polizeiliche Betreuungsgruppe, den Rettungsdienst, das Schulamt und das Landratsamt Traunstein betreut.

Festnahme nach Verfolgungsjagd

Der Tatverdächtige flüchtete zu Fuß vom Bahnhof in Richtung Kurpark Ruhpolding. Ein Großaufgebot aus Kräften der Polizeiinspektion Traunstein, der Bundespolizei und weiterer Einheiten fahndete nach ihm. Im Kurpark stellten ihn Beamte. Erst nach intensiver Aufforderung ließ der Mann das Messer fallen und wurde widerstandslos vorläufig festgenommen.

Der Festgenommene ist ein polizeibekannter 28-jähriger afghanischer Asylbewerber mit Aufenthaltserlaubnis, der im Landkreis Traunstein wohnt. Ein Ladeninhaber in Ruhpolding kennt ihn: „Der ist häufiger in Ruhpolding anzutreffen“, er sei schon früher auffällig gewesen, aber noch nie so eskaliert. Die Bundespolizeiinspektion Freilassing führt die Ermittlungen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein. Der genaue Aufenthaltsstatus und eine mögliche Unterbringung in einer örtlichen Asylunterkunft sind noch ungeklärt.

Vorwurf: Polizei spielte Vorfall herunter

Die Polizei steht wegen ihrer Kommunikation in der Kritik. Medien wie NIUS warfen den Beamten vor, in einer ersten Pressemitteilung nur von einem Mann zu berichten, der den Zug verlassen habe und ereignislos festgenommen worden sei. Die drastischen Videos – der mit dem Messer auf Menschen losgehende Täter – zeichnen ein anderes Bild. Die anfängliche Zurückhaltung sorgt für Unverständnis.

Gegen den Mann wird wegen Bedrohung ermittelt. Er sitzt im Polizeigewahrsam. Der Vorfall weckt Erinnerungen an eine Attacke in Köln, bei der ein Syrer Fahrgäste attackierte und einen Mann auf die Gleise zu stoßen versuchte. Zeugen der Tat in Ruhpolding werden gebeten, sich bei der Bundespolizeiinspektion Freilassing unter der Telefonnummer 08654/7706-0 zu melden.

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