Polizei schießt bewaffneten Angreifer in Dresden nieder – er rief „Allahu Akbar“
KI-Bild
Schüsse in Dresden

Polizei schießt bewaffneten Angreifer in Dresden nieder – er rief „Allahu Akbar“

Der 41-jährige Mehmet Ü. zielte mit einer Muskete auf Supermarktbesucher und feuerte auf die Beamten. Der Mann war wegen versuchten Mordes zu über zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Schüsse vor dem Netto-Markt

Der 15. Juli 2026, gegen 08:20 Uhr: Ein Mann läuft mit einer Muskete auf der Menageriestraße in Dresden-Friedrichstadt. Er zielt auf Passanten, dann geht er in den Netto-Supermarkt an der Ecke Berliner Straße. Zeugen alarmieren die Polizei. Wenige Minuten später treffen die ersten Beamten ein, darunter Spezialkräfte für lebensbedrohliche Lagen.

Der 41-jährige türkische Staatsbürger Mehmet Ü. kommt aus dem Markt. Die Polizisten fordern ihn auf, die Waffe fallen zu lassen. Stattdessen feuert er einen Schuss auf die Beamten ab und ruft „Allahu Akbar“. Die Polizisten schießen zurück. Mehmet Ü. wird getroffen und geht zu Boden.

X · @argonerd
Mehrere Polizisten haben von der Dienstwaffe Gebrauch gemacht
Marko Laske, Polizeisprecher

Vorbestraft und polizeibekannt

Nach Recherchen von TAG24 wurde Mehmet Ü. bereits 2013 wegen zweifachen versuchten Mordes verurteilt. Er verbrachte mehr als zehn Jahre im Gefängnis und war erst vor drei Monaten in das Wohnhaus an der Berliner Straße eingezogen, in dessen Erdgeschoss sich das Fitnessstudio „FittiCo“ befindet.

Fitnesstrainer Vincent Rath (27) berichtete TAG24 von bedrohlichen Begegnungen in der Woche vor der Tat: „Der Typ hat uns bedroht, er sei Gottes Krieger und ein Fluch würde über uns kommen.“ Rath alarmierte daraufhin die Polizei. Die 68-jährige Nachbarin Sigrid Heinisch rief bereits zwei Wochen zuvor wegen nächtlicher Ruhestörung die Beamten. „Der hat manchmal mitten in der Nacht losgebrüllt, dann immer wieder tagsüber einfach geschrien, klar hatte ich Angst“, sagte sie.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024, bei dem ein Angreifer ebenfalls „Allahu Akbar“ rief und sechs Menschen tötete. Auch in Dresden ist die Motivlage noch unklar, der islamische Ausruf wird jedoch als Hinweis auf eine mögliche islamistische Radikalisierung gewertet.

Ermittlungen und Reaktionen

Die Tatwaffe, eine Muskete, wurde sichergestellt und wird kriminaltechnisch untersucht. Gegen Mehmet Ü. wird wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Die Polizei prüft zugleich die Rechtmäßigkeit des Dienstwaffengebrauchs. Verletzte unter Passanten und Beamten gab es nicht.

Es seien keine weiteren Menschen zu Schaden gekommen
Marko Laske, Polizeisprecher

Eine Augenzeugin, die zum Einkaufen gehen wollte, berichtete der Berliner Zeitung: „Ich bin früh ganz normal zu meinem Netto-Markt gegangen und da kam mir der Mann mit einer Pistole in der Hand entgegen. Wir haben uns angeschaut, ich hab dann noch meinen Hund zur Seite genommen und wollte dann erstmal nur noch weg.“ Ein Bauarbeiter schilderte, er und seine Kollegen hätten sich weggeduckt und seien gerannt.

Die Polizei hatte den Bereich weiträumig abgesperrt. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Beamten nicht mehr. Der Schütze wurde in ein Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr besteht nicht. Die Ermittlungen dauern an.

JUX auf Google folgen
Mehr aus

Panorama