Zehn Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können – eine 66-jährige Autofahrerin verhinderte am Dienstag in Kaiserslautern, dass ein Rettungswagen mit einem gerade reanimierten Patienten losfahren konnte. Trotz mehrfacher Aufforderungen weigerte sie sich, den Weg freizugeben.
Der Rettungsdienst war gegen 15 Uhr zu einem Patienten im St.-Quentin-Ring gerufen worden. Die Sanitäter begannen sofort mit der Wiederbelebung. Noch während der laufenden Reanimation parkte die 66-Jährige ihren Wagen unmittelbar vor dem Rettungsfahrzeug.
Als die Sanitäter den Patienten ins Krankenhaus transportieren wollten, war die Durchfahrt blockiert. Sie erklärten der Frau mehrfach die dramatische Lage, doch die Autofahrerin blieb stur und ließ sich nicht umstimmen.
Die Sanitäter sahen sich gezwungen, die Reanimation im Rettungswagen für etwa zehn Minuten fortzusetzen, während die Frau die Ausfahrt weiterhin versperrte. Erst nach dieser Zeit gab sie schließlich den Weg frei und entfernte sich vom Einsatzort.
Als die alarmierten Polizeibeamten am St.-Quentin-Ring eintrafen, war die Frau bereits verschwunden. Über das notierte Kennzeichen konnte sie jedoch rasch identifiziert werden.
Ermittlungen wegen Widerstands
Gegen die 66-Jährige wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Ihr wird der Verdacht des Widerstands gegen Rettungskräfte sowie der Behinderung hilfeleistender Personen zur Last gelegt. Beide Tatbestände können mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden.
Das Polizeipräsidium Westpfalz bezeichnete den Vorfall als „schockierend". Die Ermittlungen führt die Polizeidirektion Kaiserslautern.
Über das weitere Schicksal des Patienten nach der Einlieferung ins Krankenhaus liegen der Polizei nach eigener Aussage keine Informationen vor. Die Frage, ob die zehnminütige Verzögerung Auswirkungen auf seine Gesundheit hatte, bleibt offen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Aggression gegenüber Einsatzkräften und die lebensgefährlichen Folgen von Egoismus im Straßenverkehr. Ob und wie hart die Frau bestraft wird, werden die weiteren Ermittlungen zeigen.





