Angriff im Stadtteil Unterdürrbach
Gegen 20.20 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei: In der Unterdürrbacher Straße in Würzburg hatte ein Mann mit einer Handfeuerwaffe mehrfach in die Luft und auf ein Mehrparteienhaus gefeuert. Die Schüsse durchschlugen eine Fensterscheibe und trafen die Gebäudefassade sowie die Eingangstür. Verletzt wurde niemand – womöglich nur, weil der Schütze nicht gezielt auf Menschen schoss.
Dennoch löste der Vorfall einen der größten Polizeieinsätze der vergangenen Monate in der Region aus. Innerhalb kürzester Zeit sperrten Dutzende Streifenwagen der unterfränkischen Polizei, der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei den Stadtteil ab. Ein Hubschrauber kreiste über dem Viertel, Drohnen und Spürhunde suchten das Gelände ab. Anwohnerinnen und Anwohner durften zeitweise ihre Wohnungen nicht verlassen.
Großfahndung mit Hubschrauber und Drohnen
Die Polizei warnte eindringlich: Autofahrer sollten keine Anhalter mitnehmen, Anwohner die Stadtteile Unterdürrbach und Dürrbachau meiden. Über Lautsprecherdurchsagen und soziale Medien verbreitete die Polizei die Warnung, der Flüchtige sei möglicherweise weiterhin bewaffnet. Die Täterbeschreibung: schwarze Jacke mit Kapuze, weiße Hose, Sonnenbrille.
„Wenn Sie den Tatverdächtigen erkennen: Auf keinen Fall ansprechen, Abstand halten und die Polizei anrufen. Wir kommen dann vor Ort.“
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Am Morgen nach der Tat übernahm die Kriminalpolizei Würzburg die Ermittlungen und stufte den Fall als versuchten Mord ein. Ein Sprecher der Polizei erklärte: „Die Ermittler gehen aktuell davon aus, dass der Täter eine Vorbeziehung hat, zu einer anderen Person oder zu dem Gebäude." Die Bewohner des beschossenen Hauses selbst seien aber nicht in diese Beziehung involviert. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich um eine Beziehungstat handelte – ähnlich wie bei einem tödlichen Vorfall in Offenburg vor wenigen Tagen.
Nach der ersten Aufregung kehrte am Morgen danach in Unterdürrbach wieder Alltag ein. Viele Anwohner zeigten sich jedoch verunsichert. „Man überlegt schon, ob man die Kinder in den Kindergarten bringt", sagte eine Mutter. Die Polizei betonte, dass nach derzeitigem Ermittlungsstand keine akute Gefahr für die Allgemeinheit bestehe.
Die Suche nach dem Flüchtigen dauerte auch am Mittwoch an. Polizeisprecher Florian Leimbach sagte: „Die Kolleginnen und Kollegen in Uniform und Zivil sind weiterhin im Bereich des Tatorts unterwegs." Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0931/457-1732 entgegen. Das Motiv bleibt unklar; die Ermittler werten Videomaterial aus und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.





