Frankreichs SCALP-Baupläne für die Ukraine: Lizenzproduktion ab 2026
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SCALP-Lizenz für Kiew

Frankreichs SCALP-Baupläne für die Ukraine: Lizenzproduktion ab 2026

In einem beispiellosen Schritt überlässt Frankreich der Ukraine die Baupläne für den SCALP-Marschflugkörper. Die Eigenproduktion soll noch vor Jahresende beginnen – doch die Umsetzung hängt auch von London ab.

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Der historische Paukenschlag am Rande des Gipfels

Am späten Nachmittag des 13. Juli 2026, während in Paris die „Coalition of the Willing“ über weitere Ukraine-Hilfen beriet, traten Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj vor die Presse – und verkündeten ein Abkommen, das alle bisherigen Lieferungen übertrifft. Frankreich wird der Ukraine nicht nur weitere Waffen schicken, sondern erstmals die kompletten Baupläne für einen seiner modernsten Marschflugkörper überlassen: den SCALP-EG. Reuters berichtete von der Einigung am Rande des Treffens.

Die sogenannte Roadmap für die bilaterale Verteidigungszusammenarbeit umfasst die Lizenz für die Eigenproduktion der Marschflugkörper, der Lenkbombe AASM Hammer und der Luftabwehrrakete Aster-30. Hinzu kommen 16 bestellte Rafale-Kampfjets, mobile Luftabwehrsysteme und Radaranlagen. „Heute Nachmittag haben Präsident Selenskyj und ich uns auf eine Roadmap zwischen unseren beiden Ländern geeinigt, die das umsetzt, was wir im vergangenen November grundsätzlich vereinbart hatten“, erklärte Macron.

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SCALP, Aster-30 und AASM – Kiew darf Spitzenwaffen selber bauen

Der SCALP-EG (in Großbritannien Storm Shadow genannt) ist ein luftgestützter Tarnkappen-Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 560 Kilometern, in der Exportvariante 290 Kilometer. Sein Gefechtskopf durchschlägt gehärtete Bunker und Kommandostände – Ziele, die die Ukraine seit Monaten mit den britischen Storm Shadow angreift. Nun soll die Ukraine die Rakete selbst fertigen dürfen. Defense Express analysiert die hohen technischen Hürden des Vorhabens.

Die Lizenz gilt auch für die AASM Hammer, ein Präzisionslenk-Kit für Standardbomben, sowie für die Aster-30-Rakete zur Abwehr ballistischer Flugkörper. Die Vereinbarung legt fest: Frankreich genehmigt die Produktion in ukrainischen Fabriken noch vor Ende 2026, der Start soll so bald wie möglich erfolgen. Parallel dazu gründeten neun Länder – darunter Deutschland, Großbritannien und Frankreich – die „Anti-Ballistic Missile Coalition“ und beginnen mit der Entwicklung des neuen Abwehrsystems „Freyja“.

16 Rafale und moderne Luftabwehr – aber erst Ende des Jahrzehnts

Neben der Raketenlizenz bestellte die Ukraine 16 Dassault-Rafale-Kampfjets, die laut Macron „ab 2028 – 2029 fliegen“ könnten. Die Ausbildung der Piloten und Mechaniker beginnt noch 2026 in Frankreich. Jedes Flugzeug wird mit Luft-Luft-Raketen vom Typ MICA und METEOR sowie den AASM-Bomben ausgerüstet – ein komplettes Waffenpaket, das der ukrainischen Luftwaffe neue Optionen verschafft.

„This involves a project to acquire 16 Rafale aircraft and their accompanying weapons systems. The first flights could take place as early as 2028 – 2029, and personnel training will begin in the coming months.“
Emmanuel Macron

Für die Luftverteidigung werden vorübergehend zwei SAMP/T-Batterien geliehen, später durch vier neu gebaute SAMP/T-NG-Systeme ersetzt – die Ukraine wird damit der weltweit erste Kampfeinsatzbetreiber dieser modernsten Version. Dazu kommen sieben Radare (fünf GM400, ein GF300, ein Kronos) und beschleunigte Aster-30-Lieferungen bis Oktober 2026. Finanziert wird das gesamte Paket über den Ukraine Support Loan sowie Einnahmen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten – ein Novum, da es sich nicht um Schenkungen, sondern um käufliche Erwerbe handelt.

Ohne London geht es nicht – und das schweigt

Der Clou des Deals wirft sofort eine brisante Frage auf: Hat Großbritannien als Co-Entwickler der Storm Shadow der Lizenzweitergabe zugestimmt? Der Marschflugkörper wurde gemeinsam von Frankreich und dem Vereinigten Königreich entwickelt, der britische Anteil an der Technologie ist erheblich. Der Telegraph stellte genau diese Frage – eine öffentliche Stellungnahme aus London blieb bislang aus.

Selbst wenn alle Genehmigungen vorliegen, dämpfen Experten die Erwartungen an eine schnelle Eigenproduktion. Der Rüstungskonzern MBDA benötigt selbst für eine neue Charge typischerweise zwei Jahre. „Realistischerweise könnten die ersten in der Ukraine produzierten SCALP-Raketen erst nach einem Friedensabkommen einsatzbereit sein“, so ein Analyst. Sie würden dann als Sicherheitsgarantie dienen oder in europäische Bestände zurückfließen – aber nicht mehr im aktuellen Krieg.

(Keine Umfrage verknüpft)

Offene Fragen nach dem Pariser Abend

Der strategische Wandel ist dennoch fundamental: Erstmals erhält die Ukraine volle Produktionslizenzen für westliche Spitzenwaffen. US-Präsident Trump hatte am 8. Juli die Lizenz für Patriot-PAC-3-Abfangraketen freigegeben. Frankreich zieht nun nach – und geht mit der SCALP-Technologie einen Schritt weiter. „Die erste vollumfängliche Zusage eines verbündeten Staates, die AFU mit großen Waffensystemen auszustatten und langfristig als alliierten Staat aufzurüsten“, kommentierte der Kyiv Post.

Eine offizielle Reaktion aus Moskau auf die SCALP-Lizenzvergabe liegt noch nicht vor. Die Produktionsstandorte in der Ukraine bleiben geheim. Klar ist nur: Die Eigenfertigung wird die Abhängigkeit von westlichen Lieferketten verringern – falls und sobald die ersten Raketen tatsächlich vom Band rollen. Der Pariser Abend könnte der Beginn eines grundlegend neuen Kapitels der Ukraine-Hilfe sein.

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