Geschmackssinn erloschen – „Kann nichts essen“
Es sind schonungslose Worte, die Johann Lafer im Podcast „Rolling Pin Talks“ wählt: Der 68-jährige Starkoch leidet unter massiven Nebenwirkungen seiner Chemotherapie gegen Lymphdrüsenkrebs. Besonders quälend ist der Verlust seines Geschmackssinns. „Ich habe keinen Geschmack, kann nichts essen und habe offene Finger“, berichtet er.
„Ich habe keinen Geschmack, kann nichts essen und habe offene Finger.“
Für den leidenschaftlichen Koch und Genussmenschen eine kaum zu ertragende Situation. Die Chemotherapie, die er seit Januar dieses Jahres durchläuft, hat ihm vorübergehend seine „Kernkompetenz“ geraubt, wie er bereits früher eingeräumt hatte. Im Juni berichtete er von einem Gewichtsverlust von 25 Kilogramm und positivem Therapieverlauf.
Püriertes Essen und der Kampf mit dem Strohhalm
Die Auswirkungen gehen weit über den Geschmack hinaus. Lafer schildert, dass er Speisen mittlerweile pürieren lassen muss, um sie überhaupt zu sich nehmen zu können. „Mit Strohhalm essen zu wollen oder zu jemandem zu sagen: ‚Kannst du mir das pürieren, weil ich es sonst nicht essen kann?‘ Das ist verdammt schwer“, so Lafer.
„Mit Strohhalm essen zu wollen oder zu jemandem zu sagen: ‚Kannst du mir das pürieren, weil ich es sonst nicht essen kann?‘ Das ist verdammt schwer.“
Dabei war Essen stets sein Leben. Der Österreicher, der seit Jahrzehnten die deutsche Kochszene prägt, leidet sichtlich unter dem Verlust dieser Alltäglichkeit. Die offenen Finger sind eine weitere schmerzhafte Begleiterscheinung der Therapie, die ihm selbst simple Handgriffe erschweren.
Positive Signale, aber auch neue Belastungen
Doch es gibt auch Hoffnung. Ende Juni verkündete Lafer auf Instagram: „Ich befinde mich auf einem guten Weg der Genesung. Meine behandelnden Professoren bewerten den Verlauf der Behandlung sehr positiv.“ Die neuesten CT-Werte zeigten, dass die Therapie anschlägt – die Lymphknoten werden weniger.
„Ich befinde mich auf einem guten Weg der Genesung. Meine behandelnden Professoren bewerten den Verlauf der Behandlung sehr positiv.“
Die aktuelle Hitzewelle setzt ihm jedoch zusätzlich zu. „Aktuell geht es mir nicht besonders gut. Die Hitze macht mir zu schaffen“, klagte er gegenüber Bild.de. Sobald es kühler wird, will er wieder arbeiten – die Ablenkung tue ihm gut, sagt er.
„Aktuell geht es mir nicht besonders gut. Die Hitze macht mir zu schaffen.“
Die Liebe als größte Stütze
In der schweren Zeit ist es vor allem seine Ehefrau Silvia, die ihm Halt gibt. Seit 36 Jahren sind die beiden verheiratet. „Sie ist mir eine sehr große Stütze, die mir in dieser schweren Situation vieles leichter macht“, betont Lafer. Silvia Lafer selbst zeigt sich kämpferisch: „Ich glaube fest, mein Johann besiegt den Krebs.“
„Sie ist mir eine sehr große Stütze, die mir in dieser schweren Situation vieles leichter macht.“
Neben seiner Frau erhielt Lafer auch zahlreiche Solidaritätsbekundungen von prominenten Weggefährten wie Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Joko Winterscheidt. Sogar lang vergessene Bekannte meldeten sich, was ihn tief berührte.
„Ich glaube fest, mein Johann besiegt den Krebs.“
Ein letzter Traum im Himalaya
Trotz aller Belastungen blickt Lafer nach vorn. Wie bereits bekannt wurde, träumt er davon, das Basislager des Mount Everest zu besuchen. Die Erkrankung habe ihn gelehrt, nichts mehr aufzuschieben. Zunächst steht jedoch die fünfte Chemotherapie bevor – und die Hoffnung, dass die Nebenwirkungen erträglich bleiben und die Therapie weiter wirkt.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich die positive Entwicklung fortsetzt. Eines ist gewiss: Johann Lafer gibt sich kämpferisch, auch wenn er offen zugibt, dass der Verlust seines wichtigsten Sinnes ihn an seine Grenzen bringt.





