Sie war die erste irische Schauspielerin, die einen Oscar gewann, und eroberte Hollywood mit einer Mischung aus Stärke und Zerbrechlichkeit. Brenda Fricker ist am Donnerstagabend im Alter von 81 Jahren friedlich in Dublin gestorben, wie ihr Agent Phil Belfield am Freitag mitteilte.
„Mit großer Trauer teile ich mit, dass die geliebte Schauspielerin Brenda Fricker gestern Abend friedlich in Dublin nach einer Zeit der Krankheit im Alter von 81 Jahren verstorben ist“, erklärte Belfield laut BBC. Fricker hinterlässt ein filmisches Erbe, das sechs Jahrzehnte und mehr als 90 Produktionen umspannt.
„Wir werden nie wieder ihresgleichen sehen, und die Welt ist ärmer ohne sie. Es war mir eine Ehre, sie zu kennen, zu lieben und mit ihr zu arbeiten, und sie wird immer einen Platz in meinem Herzen haben – und in den Herzen so vieler Film- und Fernsehfans auf der ganzen Welt.“
Historischer Oscar für „My Left Foot“
1990 schrieb Fricker Filmgeschichte: Für ihre Darstellung der Bridget Fagan Brown – der entschlossenen Mutter des schwer behinderten Künstlers Christy Brown – in Jim Sheridans Biopic „My Left Foot“ (1989) erhielt sie den Oscar als beste Nebendarstellerin. Daniel Day-Lewis, der Christy Brown spielte, gewann zeitgleich den Oscar als bester Hauptdarsteller. Fricker war damit die erste irische Schauspielerin, die je einen Academy Award gewann.
„Sie war lebendig und voller Leben und hatte ihre eigenen Meinungen. Sie nahm keine Gefangenen, sagen wir es so.“
Von der BBC ins Herz Hollywoods
Dem breiten Publikum blieb Fricker vor allem als obdachlose „Taubenlady“ im Central Park in „Kevin allein in New York“ (Home Alone 2, 1992) in Erinnerung. Ihre Karriere begann in den 1960ern, doch erst mit 19 gab sie ihren Job als Bildredakteurin bei der Irish Times auf. Frühe Rollen spielte sie in „Coronation Street“ und „Upstairs, Downstairs“, ab 1986 gehörte sie als Krankenschwester Megan Roach zur Originalbesetzung der BBC-Serie „Casualty“.
Der Oscar-Erfolg öffnete die Türen zu internationalen Produktionen wie „The Field“ mit Richard Harris, „So I Married an Axe Murderer“, „Angels in the Outfield“, „A Time to Kill“ und „Veronica Guerin“ an der Seite von Cate Blanchett. Ihre letzte Rolle spielte sie 2024 in dem irischen Film „The Swallow“.
Späte Jahre: Memoiren, Krankheit und höchste Ehren
Im September 2025 veröffentlichte Fricker ihre Autobiografie „She Died Young: A Life in Fragments“. Darin schilderte sie nicht nur glückliche Kindheitserinnerungen, sondern auch erschütternde Erfahrungen mit sexueller Gewalt und psychische Erkrankungen, die zu Klinikaufenthalten führten. Noch im September 2025 sagte sie dem Guardian in Dublin: „Ich habe einen schrecklichen Tod … ich sterbe einfach, jeden Tag unter Schmerzen.“
Anfang 2026 erhielt sie die höchste Auszeichnung der Stadt Dublin: die „Freedom of the City“. Irlands Vizepremier Simon Harris nannte sie einen „Nationalschatz“ und „eine Botschafterin irischen Talents auf der Weltbühne“. Der US-Botschafter Edward Walsh würdigte sie als „Gigantin des irischen Films“, die Irlands Geschichten in die Welt getragen habe.
„Sie war wahrlich einer der größten Exporte, die dieses Land je hervorgebracht hat, und eine Botschafterin irischen Talents auf der Weltbühne. Ganz einfach, wir werden nie wieder ihresgleichen sehen.“
Brenda Fricker hinterlässt ein filmisches Erbe, das ihresgleichen sucht, und einen festen Platz in der irischen und internationalen Kulturgeschichte. Ihre Fähigkeit, Stärke und Verletzlichkeit zu vereinen, wird in ihren Rollen weiterleben.





