Finanzielle Reue
Vor einem Jahr wagte Djamila Rowe den Schritt auf die Erotikplattform OnlyFans. Jetzt, mit 58, fällt ihr einziges Urteil vernichtend aus: viel zu spät gestartet. „Hätte ich gewusst, wie gut das läuft, hätte ich schon viel eher angefangen. Ich habe sehr viel Geld verschenkt“, sagte sie der Bild-Zeitung.
„Hätte ich gewusst, wie gut das läuft, hätte ich schon viel eher angefangen. Ich habe sehr viel Geld verschenkt.“
Konkrete Einnahmen nannte Rowe nicht. Doch der Vergleich zeigt, wie lukrativ die Plattform für Prominente ist. Auch Sarah Kern, die seit Kurzem auf OnlyFans aktiv ist, verbuchte nach nur einem Monat bereits fünfstellige Einnahmen. Anne Wünsche, die erfolgreichste deutsche OnlyFans-Prominente, soll in drei Jahren brutto 4,3 Millionen Euro verdient haben.
Mehr als Geld
Für Rowe ist OnlyFans aber mehr als eine Einnahmequelle. „Ich kann meine Sexualität dort so wunderbar ausleben und fühle mich wieder begehrenswert und das unterschreibe ich zu 100 Prozent“, betonte sie. Dass sie auf der Plattform endlich das Gefühl hat, begehrt zu sein, ist für sie zentral – wie sie zuletzt über ihren Dating-Frust klagte.
„Ich kann meine Sexualität dort so wunderbar ausleben und fühle mich wieder begehrenswert und das unterschreibe ich zu 100 Prozent.“
Die Plattform half ihr sogar aus einer schweren Phase. „OnlyFans hat mich aus der Depression geholt“, offenbarte sie. Nach dem Dschungelcamp-Sieg 2023 versiegten die TV-Angebote rapide. „2024 habe ich viele Absagen für große Formate kassiert. Die wollen heute Leute, die sich gegenseitig fertig machen. Aber das bin ich nicht“, erklärte Rowe. Sie falle durch alle Raster: zu nett, sie mobbe nicht, sie saufe und vögle nicht – heute keine Chance mehr in der Branche.
„OnlyFans hat mich aus der Depression geholt.“
Die strenge Lehrerin
Rowe inszeniert sich auf OnlyFans bewusst als „die strenge Lehrerin“. Es sei wie Schauspiel, nur intimer, aber dahinter sei immer noch sie. Ihre Grenzen sind klar: „Ich werde mir keine Sextoys einführen und ich werde keine Pornovideos verkaufen.“ Mit Männern will sie nicht vor der Kamera stehen, ein Video mit einer Frau schließt sie nicht aus. Nacktheit sei ohnehin kein Tabu: „Ich war doch schon bei ‚Adam sucht Eva‘ drei Wochen nackt.“
Sie produziert alles selbst und behält die volle Kontrolle: „Ob Füße, Brust, Hintern, am Ende entscheide ich das. Mich fasst niemand an.“ Dass der Job anspruchsvoll ist, betont sie ebenfalls: Es sei ein Vollzeitjob mit stundenlangen Nachrichten, Content-Planung und neuen Ideen.
Rückenwind statt Shitstorm
Als Rowe 2025 ihren Einstieg öffentlich machte, rechnete sie mit massiver Kritik. Doch es kam anders: „Ich hatte mich schon gewappnet für einen Shitstorm. Aber da kam nichts. Gerade ältere Frauen reagieren sehr offen, sehr positiv.“ Besonders auf Instagram erntete sie Lob. Ihre erwachsenen Kinder stünden ebenfalls voll hinter ihr.
Mittlerweile hat sie weitere Promifrauen für OnlyFans begeistert. Eine nicht namentlich genannte Kollegin gestand: „Also ich wurde von Djamila Rowe ehrlich gesagt dazu überredet. Aber es hat sich gelohnt.“ Anne Wünsche warnte jedoch: Wer es nur wegen des Geldes mache, riskiere seine Psyche, denn was einmal im Netz sei, könne man nicht mehr zurücknehmen.
„Ich glaube, wenn du das wegen dem Geld machst, dann leidet deine Psyche ganz schnell drunter, weil das kannst du nicht mehr zurücknehmen. Es ist tatsächlich bei mir eher der Reiz gewesen, der Gedanke, das Ausprobieren.“
Rowes Rat an andere Frauen in ihrem Alter ist klar: „Nicht lange reden, machen! Du hast ja nichts zu verlieren, außer deinen Ruf – und den hast du sowieso schon lange vorher abgelegt. Das Leben ist kurz, und du musst das Beste daraus machen.“ Für Djamila Rowe hat sich der Schritt mehr als gelohnt: Geld, neues Selbstbewusstsein und eine Perspektive ganz ohne TV-Verbiegungen.
„Nicht lange reden, machen! Du hast ja nichts zu verlieren, außer deinen Ruf – und den hast du sowieso schon lange vorher abgelegt. Das Leben ist kurz, und du musst das Beste daraus machen.“





