Die unerwartete Beichte
Es klang nach einem Geständnis, das so gar nicht zum Bild des verwöhnten Promi-Sohnes passen will: „Bro, I felt worthless“ – Bruder, ich fühlte mich wertlos. Mit diesen Worten eröffnete Chet Hanks, der 35-jährige Sohn von Hollywood-Ikone Tom Hanks und Schauspielerin Rita Wilson, ein Interview im Podcast Artist Friendly mit Joel Madden. Er sprach über eine schwere Kindheit im Schatten zweier Stars, die Außenstehende sich nur als luxuriöse Traumwelt vorstellen können.
„Bro, I felt worthless.“
Hanks beschrieb, dass er von der Öffentlichkeit kaum als eigenständige Person wahrgenommen wurde. „Wer ich bin, ist nicht einmal ein Gedanke in den Köpfen der Leute“, erklärte er. Wenn überhaupt, sei das Bild, das andere von ihm hatten, negativ besetzt gewesen: „Ich wette, er ist so ein verwöhnter, arroganter Bengel.“ Diese an ihn herangetragenen Vorurteile habe er als Kind nicht einordnen können und schließlich verinnerlicht. „Das Ergebnis, zumindest für mich, war, es zu internalisieren und den Glauben zu bilden, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich dachte: Ich muss einfach schlecht sein.“
Druck, der Diamanten formt – oder Rohre sprengt
Der ständige Druck führte immer wieder zu Zusammenbrüchen. Chet Hanks griff die Redewendung „Pressure makes diamonds“ auf, ergänzte aber: „Druck lässt auch Rohre platzen.“ Er gestand, dass er mehrfach die Beherrschung verloren habe und sich danach wieder sammeln musste: „Ausrasten und dann sich wieder zusammensetzen. Es ist ein Prozess und ein Kreislauf, immer und immer wieder, bis der Diamant geformt ist.“
Schon im Februar 2022 hatte Hanks in einem Interview mit Hola! über die Schattenseiten seiner Herkunft gesprochen. Damals sagte er: „Ich hatte kein starkes männliches Vorbild“, das ihm beigebracht hätte, mit Neid und Anfeindungen umzugehen. Er erklärte, seine Situation sei sogar noch komplizierter gewesen, weil er nicht selbst berühmt war, sondern nur der Sohn von jemand Berühmtem. „Ich hatte noch nicht einmal etwas getan, um irgendeine Art von Anerkennung zu verdienen, und daraus erwuchs viel Verachtung.“
Der Schlüssel: Glaube und Dankbarkeit
Heute sieht Hanks seine Vergangenheit mit mehr Abstand. Im Podcast erzählte er, dass er nach einem Entzug Halt in Dankbarkeit und Glauben gefunden habe. Seine Karriere habe sich verbessert, nachdem er aufgehört habe, alles kontrollieren zu wollen, und stattdessen „es Gott gegeben“ habe. Seine Eltern, Tom Hanks und Rita Wilson, die seit 1988 verheiratet sind und zwei weitere gemeinsame Kinder sowie zwei Kinder aus Tom Hanks‘ erster Ehe haben, unterstützen seine musikalischen und schauspielerischen Projekte voll und ganz.
Chet Hanks, der in Serien wie Empire, Atlanta und Shameless mitwirkte und zuletzt mit der Netflix-Comedy Running Point sowie seinem Leben in einem Wohnmobil in Nashville Schlagzeilen machte, hofft, dass seine Offenheit anderen Promi-Kindern hilft, deren Identität oft übersehen wird. „Solche Kinder werden meist nicht als Individuen gesehen, sondern sofort mit ihren berühmten Eltern verglichen“, sagte er. „Das erschwert es enorm, eine eigene Identität aufzubauen.“
Trotz aller Schwierigkeiten betonte Hanks: „Ich würde meine Situation nicht ändern. Ich fühle mich sehr gesegnet.“ Ein ambivalenter Blick auf ein Leben, das nach außen hin perfekt scheint – und doch so seine Risse hat.





