Die Zahlen der PKS 2025
Am 20. April 2026 stellten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Andy Grote (SPD) und BKA-Präsident Holger Münch die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2025 vor. Sie weist insgesamt 2.054.855 Tatverdächtige aus – 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Auffällig ist die Geschlechterverteilung: 74,1 Prozent der Tatverdächtigen waren männlich, nur 25,9 Prozent weiblich. Das Geschlechterverhältnis ist damit nahezu unverändert im Vergleich zu 2024, wie das Bundeskriminalamt am 21. April mitteilte.
Männeranteil bei Gewaltdelikten noch höher
Besonders deutlich wird die Diskrepanz bei schweren Straftaten. In Nordrhein-Westfalen – stellvertretend für den Bund – waren 83,0 Prozent der Tatverdächtigen bei Gewaltkriminalität männlich. Bei Sexualdelikten liegt der Männeranteil sogar bei 98,6 Prozent. Die Opfer stammen dabei überwiegend aus dem sozialen Nahfeld – Freunde, Bekannte oder (ehemalige) Partner.
Insgesamt registrierte die Polizei 2025 rund 5,5 Millionen Straftaten, ein Minus von 5,6 Prozent zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote blieb mit 57,9 Prozent weitgehend stabil. Die Gewaltkriminalität sank erstmals seit 2021 um 2,3 Prozent auf 212.335 Fälle. Dobrindt kommentierte jedoch zurückhaltend: Der Rückgang sei ein Anfang, aber kein Grund zur Entwarnung.
„Der Rückgang der Gewaltkriminalität ist ein Anfang, aber kein Grund zur Entwarnung. Entscheidend ist, dass sich Menschen im Alltag sicher fühlen. Dafür braucht es weitere Maßnahmen: Mit einem harten Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität, mit konsequenten Abschiebungen von Intensivtätern und mit klaren, unmissverständlichen Gesetzen zum Schutz unserer Polizistinnen und Polizisten.“
Sexualdelikte steigen – Vergewaltigungen um 9 Prozent
Die erfassten Sexualdelikte stiegen auf 131.335 Fälle (+2,8 Prozent). Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei Vergewaltigungen: Hier betrug der Anstieg 9,0 Prozent. Seit 2018 sind die Fallzahlen in diesem Bereich um rund 72 Prozent gestiegen. Angesichts dieser Zahlen fordert Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bereits länger eine Verschärfung des Sexualstrafrechts – unter anderem will sie die Verjährungsfrist bei Vergewaltigung vervierfachen, stößt damit aber auf Widerstand in Union und AfD.
„Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen.“
Peglow hatte diesen Satz im ZDF geäußert und damit auf die hohe Männerquote bei Sexual- und Gewaltdelikten verwiesen. Die Frauenhauskoordinierung griff dies kritisch auf, wies aber zugleich auf das große Dunkelfeld hin. Gerade bei Partnerschaftsgewalt werden laut der parallel veröffentlichten Dunkelfeldstudie SKiD 2024 nur bis zu fünf Prozent der Taten überhaupt angezeigt.
Politische Reaktionen und Konsequenzen
IMK-Vorsitzender Andy Grote erklärte, das zweite Jahr rückläufiger Kriminalität sei ermutigend, aber „unsere Gesellschaft ist gerade für Frauen nicht so sicher, wie sie es sein sollte". Die Opposition drängt auf raschere Abschiebungen von Intensivtätern und mehr Personal bei der Polizei.
Unter dem Strich bleiben die Zahlen ein Beleg dafür, dass Männer bei fast allen Kriminalitätsformen überproportional vertreten sind. Der leichte Rückgang der Gesamtkriminalität mag Hoffnung machen, doch die steigenden Zahlen bei Sexualdelikten sorgen für politischen Handlungsdruck. Ob die von Dobrindt und Grote angekündigten Maßnahmen tatsächlich zu mehr Sicherheit führen, ist eine offene Frage.





