Sechs Songs dauerte das Konzert von Bad Bunny am Samstagabend, dann brach das Chaos herein. Gegen 21 Uhr verdunkelte sich der Himmel über Mailand schlagartig. Ein heftiger Hagelsturm, begleitet von Blitzen und Starkregen, zwang die 80.000 Fans im ausverkauften Ippodromo SNAI La Maura zur Massenevakuierung.
Zunächst versuchten die Organisatoren, die Menge mit Lautsprecherdurchsagen zum Bleiben zu bewegen. Man hoffte auf eine schnelle Wetterbesserung. Doch als die Hagelkörner immer größer wurden, blieb keine Wahl: Die Evakuierung musste eingeleitet werden.
Evakuierung und Verletzte
Gegen 21.15 Uhr begannen Vigili del Fuoco und Ordnungskräfte mit der Räumung des Geländes. Panik breitete sich aus, als die Hagelkörner auf die schutzlosen Zuschauer niederprasselten. Mehrere Personen erlitten Kopfverletzungen und mussten vom Rettungsdienst 118 versorgt werden. Die Behörden sprachen von überwiegend leichten Traumata.
Chaos außerhalb des Geländes
Auch nach der Evakuierung war der Alptraum nicht vorbei. Die umliegenden Straßen waren durch Überflutungen und den Exodus tausender Fußgänger blockiert. Viele Fans suchten vergeblich nach Taxis, die U-Bahn-Station Uruguay wurde vorzeitig geschlossen, um gefährliche Menschenstaus in den unterirdischen Tunneln zu verhindern.
Unter den Evakuierten befanden sich auch Prominente wie Sängerin Elodie und ihre Partnerin Franceska Nuredini, die aus dem VIP-Bereich, einem originalgetreuen Nachbau eines puerto-ricanischen Hauses, fliehen mussten.
Endgültige Absage – keine Ersatzshow
Einen Tag nach dem Abbruch, am 19. Juli, gab der Veranstalter Live Nation die bittere Nachricht bekannt: Man habe ‚jede Anstrengung unternommen‘, doch das Konzert könne nicht neu programmiert werden. Alle Ticketkäufer erhalten den vollen Kaufpreis inklusive Vorverkaufsgebühren zurück – eine Ersatzshow wird es nicht geben.
Viele Fans zeigten sich in den sozialen Medien empört. MilanoToday zitierte einen Besucher mit den Worten: ‚Das Geld zurück ist das Mindeste – wir haben über ein Jahr auf dieses Konzert gewartet.‘ Ein anderer kritisierte die Evakuierung: ‚Die Leute sind unter Hagelkörnern gerannt, versteckten sich in Dixi-Klos und unter Planen. Von sicherer Evakuierung keine Spur.‘
Die Debatte um die Sicherheit des Open-Air-Geländes bei derartigen Massenveranstaltungen wird weitergehen. Am Nachmittag des 19. Juli waren rund um den Ippodromo noch Einsatzkräfte mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, während auf den Straßen die Spuren der chaotischen Nacht beseitigt wurden.





