Bison schleudert Großvater in die Luft: Park weigert sich, das Tier zu töten
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Yellowstone-Attacke

Bison schleudert Großvater in die Luft: Park weigert sich, das Tier zu töten

Carl Isom-McDaniel warf sich in Yellowstone in die Bahn eines Bullen-Bisons, um seinen Enkel zu schützen. Der 65-Jährige erlitt einen vierfachen Oberschenkelbruch – und fordert trotzdem, dass das Tier nicht bestraft wird.

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Es sollte ein friedlicher Abendspaziergang werden – und endete mit einem dramatischen Kampf um Leben und Tod. Der 65-jährige Carl Isom-McDaniel aus Kendall, Washington, hat sich am 10. Juli 2026 im Yellowstone-Nationalpark vor seinen 13-jährigen Enkel geworfen, um ihn vor einem angreifenden Bison zu schützen. Das 2.000 Pfund schwere Tier erfasste ihn, hob ihn mit dem Horn aus und schleuderte ihn knapp 2,5 Meter durch die Luft – der Großvater überlebte schwer verletzt. Doch die Entscheidung der Parkverwaltung sorgt nun für Kontroversen.

Die dramatischen Minuten am Bridge Bay Campground

Gegen 19 Uhr waren Isom-McDaniel und sein Enkel auf dem Bridge Bay Campground unterwegs, als sie auf einen großen Bison-Bullen trafen. Das Tier lag ruhig im Staub, die beiden hielten etwa 100 Yards Abstand – mehr als die vorgeschriebenen 25 Yards. „Er war nicht aggressiv; er hatte keine Probleme und wir machten ein paar Fotos und beschlossen weiterzugehen“, erzählte Isom-McDaniel später CNN. Doch ein weißer Pick-up-Truck hupte, offenbar um den Bison von der Straße zu verscheuchen – und genau das brachte das Tier in Rage.

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Der Bison raste plötzlich mit der Wucht eines Bulldozers los, mit 45 Meilen pro Stunde, wie der zufällig anwesende Fotograf Mike MacLeod berichtete. „Es war, als würde man einen Bulldozer mit 45 Meilen pro Stunde vorbeiziehen sehen“, sagte der ehemalige Combat-Fotograf der US Army. Isom-McDaniel handelte instinktiv: „Ich sagte meinem Enkel, er solle in die eine Richtung rennen, und ich ging in die andere, um das Tier von ihm wegzulocken.“ Der Junge entkam, der Großvater wurde zum Ziel.

Der Bison hakte ihn mit seinem linken Horn an der Hüfte ein und schleuderte ihn in die Luft. Er machte einen perfekten Überschlag und landete auf der Seite.
Fotograf Mike MacLeod

Vierfacher Oberschenkelbruch – aber keine Rachegedanken

Isom-McDaniel blieb zunächst regungslos liegen, um das Tier nicht weiter zu provozieren. „Er hätte mich zertrampeln können, er hätte mich aufspießen können, er hätte fast alles tun können, um mich zu töten, aber er tat es nicht“, sagte er später. Der Bison stand drohend über ihm, bis MacLeod und andere Camper schreiend und gestikulierend herbeiliefen und das Tier vertrieben. Der 65-Jährige erlitt einen vierfachen Bruch des Oberschenkelknochens nahe der Hüfte, des stärksten Knochens des menschlichen Körpers, sowie mehrere Prellungen. Im Bozeman Health Hospital wurde er am 12. Juli operiert und konnte bereits am nächsten Tag wieder stehen.

Er hätte auf mir herumtrampeln können. Er hätte mich aufspießen können. Er hätte fast alles tun können, um mich zu töten, aber er tat es nicht.
Carl Isom-McDaniel

Parkverwaltung: Keine Strafe für den Bison

Die Yellowstone-Parkverwaltung gab am 14. Juli gegenüber TMZ bekannt, dass „keine Management-Maßnahmen“ gegen den Bullen-Bison ergriffen werden. Das bedeutet: Das Tier wird weder eingeschläfert noch umgesiedelt, sondern bleibt unbehelligt im Nationalpark. Die langjährige Yellowstone-Politik sieht ein Eingreifen nur dann vor, wenn Wildtiere Zeichen von Gewöhnung an Menschen zeigen und so zur Gefahr werden. Da der Angriff als natürliches Verhalten – wohl ausgelöst durch die Brunftzeit und die Provokation durch das Hupen – gewertet wurde, kommt der Bison ungeschoren davon.

Und das ist ganz im Sinne des Opfers. „Er wollte nicht, dass der Bison getötet wird“, berichtete MacLeod der Cowboy State Daily. „Manchmal werden Tiere für solche Dinge eingeschläfert – dafür, dass sie einfach sie selbst sind – und Carl wollte das nicht.“ Isom-McDaniel selbst sagte dem Sender KTVQ: „Wilde Tiere. Wir dringen in ihren Lebensraum in den Nationalparks ein, also ja, ich bin froh, dass er nicht eingeschläfert wird.“

Brunftzeit macht Bisons unberechenbar

Ökologe und Bison-Experte George Wuerthner analysierte das Videomaterial und entlastete Isom-McDaniel: „Er hätte nicht viel tun können, um diesen Angriff zu verhindern. Ich weiß nicht, ob ich es besser gemacht hätte.“ Wuerthner wies auf den aufgestellten Schwanz des Bisons hin, ein klares Zeichen höchster Aggression. Die Ursache: die Brunftzeit, die im Juli und August ihren Höhepunkt erreicht. „Wenn Bullen-Bisons in der Brunft sind, gehen ihre Hormone durch die Decke, und sie sind generell viel agitiert“, erklärte er. Auch ZooMontana-Assistant Curator Allyson Welborn rät Besuchern, während dieser Zeit das Auto möglichst nicht zu verlassen: „Ich persönlich würde um diese Jahreszeit überhaupt nicht aussteigen.“

Er hätte nicht viel tun können, um diesen Angriff zu verhindern. Ich weiß nicht, ob ich es besser gemacht hätte.
George Wuerthner

Es war bereits der zweite Bison-Zwischenfall in diesem Jahr im Yellowstone. Am 26. Juni wurde ein 12-jähriges Kind nahe dem Mud Volcano von einem Bison angegriffen und verletzt. Der Fall wird noch untersucht.

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