Der Krümel, der die Welt in Aufruhr versetzte
Es war der Abend des 19. Juli 2026: Spanien hatte soeben im MetLife Stadium von New Jersey mit 1:0 gegen Argentinien den WM-Titel geholt. Robbie Williams, der wenige Stunden zuvor mit Nicole Scherzinger und Laura Pausini die Abschlusszeremonie bestritten hatte, saß im pinkfarbenen MagentaTV-Studio neben Jürgen Klopp und Thomas Müller. Das Interview lief – bis ein kleiner, weißer Gegenstand aus seinem Mund fiel und auf dem Mikrofon landete.
Williams hob den Krümel auf, sprach unbeeindruckt weiter – und strich sich wenig später mit derselben Hand durchs Haar. Prompt klebte das weiße Etwas an seiner Stirn, bis ein Crew-Mitglied ihn darauf aufmerksam machte. Binnen Minuten verbreitete sich der Clip auf X und Instagram. Der Account @SwearingSport erzielte Millionen Views. Viele User spekulierten sofort auf Kokain – schließlich hatte Williams in den 90ern eine schwere Drogenvergangenheit. 1994 entging er nur knapp einer tödlichen Überdosis. Aufmerksame Beobachter verlangsamten jedoch das Video und bewiesen: Der Krümel kam aus dem Mund, nicht aus der Nase.
Selbstironische Auflösung auf Instagram
Am nächsten Morgen schlug der 52-Jährige zurück – mit Humor. In einem Instagram-Video, halbnackt im Bett, entschuldigte er sich in gespielt ernstem Ton für den „zutiefst unprofessionellen“ Vorfall. Dann streckte er grinsend die Zunge heraus: Darauf lagen zwei runde, weiße Minzpastillen. „Aber es ist okay, denn ich hatte noch mehrere!“, rief er.
„Ich möchte mich für das Objekt entschuldigen, das gestern auf das Mikrofon gefallen ist. Es war zutiefst unprofessionell und die Leute haben sich Sorgen um mich gemacht. Aber es ist okay, denn ich hatte noch mehrere!“
Die Bildunterschrift setzte noch eins drauf: „Just woke up and feeling…. Mint". Ein Wortspiel, denn „mint" bedeutet auf Englisch sowohl Pfefferminze als auch „großartig". Fans und Promis feierten die Aktion. Sänger Michael Bublé kommentierte knapp „Legend". Ein Fan schrieb: „Gewinner des World Cup 2026: Robbie Williams".
Was genau da aufs Mikrofon geplumpst war, klärte die britische Zeitung „The Sun" unter Berufung auf eine anonyme Quelle: eine dreiviertel zerkaute Nicorette-Pastille – ein Nikotinersatzprodukt zur Raucherentwöhnung. Williams selbst sprach in seinem Video nur von „Mints" (Pfefferminzpastillen).
Offene Worte über seine Vergangenheit
Dass die Kokain-Gerüchte sofort zündeten, liegt an Williams' Biografie. Der Ex-Take-That-Star kämpfte in den 90er-Jahren mit schwerer Alkohol- und Drogensucht. Im Juli 2026, wenige Tage vor dem WM-Finale, sagte er der spanischen Zeitung „El País": „Ich bin, wer ich bin, weil ich getrunken und Drogen genommen habe. Ich weiß nicht, ob ich etwas ändern würde, wenn ich eine Zeitmaschine hätte." Er betonte, seit 25 Jahren keinen Alkohol mehr zu trinken. In früheren Interviews bezeichnete er sich selbst als „vollwertigen, selbstmedizierenden Süchtigen".
Bereits 2020 hatte Williams das Vereinigte Königreich zu einem kritischeren Umgang mit Alkohol und Drogen aufgerufen und die gesellschaftliche Normalisierung von Suchtmitteln beklagt. Der Familienvater besuchte das WM-Finale mit seiner Frau Ayda Field und seinen Kindern.
Die Moral von der Geschicht: Ein harmloser Krümel, ein Hauch von Hysterie und ein Star, der mit einem Zungen-Video die Hoheit über die Erzählung zurückerobert. Dass es am Ende nur eine Nikotinpastille war, interessierte da schon fast niemanden mehr – Hauptsache, der Gag sitzt.





