Pussy-Riot-Gründerin: „Deutschland würde in die Hölle fahren“
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AfD-Warnung

Pussy-Riot-Gründerin: „Deutschland würde in die Hölle fahren“

Bei einer Lesung in Köln warnte Maria Aljochina vor der AfD als „Partei der Putin-Freunde“. Sie rief die Deutschen zu Bündnissen gegen autoritäre Kräfte auf – und kritisierte zugleich die deutsche Linke scharf.

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„Mit der AfD an der Macht würde Deutschland in die Hölle fahren – und die EU gleich mit.“ Mit diesen drastischen Worten hat die Pussy-Riot-Mitgründerin Maria Aljochina am Montagabend im Kölner Lew-Kopelew-Forum ihre Buchlesung eröffnet. Die 38-jährige russische Dissidentin stellte ihr Werk „Political Girl“ vor – und warnte eindringlich vor dem Aufstieg der Rechtspopulisten.

Im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger wurde Aljochina noch deutlicher: „Wenn ihr in Deutschland akzeptiert, dass die AfD in Umfragen bei 27 Prozent steht, sollte sich die Gesellschaft dringend Fragen stellen. Denn diese Partei der Putin-Freunde ist brandgefährlich.“ Sie appellierte an die Deutschen, nicht wegzusehen: „Sagt nicht: Es ist mir scheißegal! Es ist gar nicht egal. Tut etwas. Organisiert euch. Bildet Bündnisse.“

Mit der AfD an der Macht würde Deutschland in die Hölle fahren.
Maria Aljochina (Pussy-Riot-Mitgründerin & Aktivistin)

Russland als „brutale Diktatur“

Aljochina zeichnete ein düsteres Bild ihres Heimatlandes. „Russland ist heute eine brutale Diktatur mit strengster Zensur“, sagte sie. Es sei illegal, den Krieg gegen die Ukraine Krieg zu nennen, illegal, die Farben der Ukraine zu zeigen, illegal, eine vom Kreml abweichende Meinung zu äußern. „Illegal, das heißt, sie verurteilen dich zu fünf, acht, zwölf Jahren Straflager, zu lebenslänglich – oder sie lassen dich im Knast verrecken. Weil du deine Meinung sagst.“

Spätestens seit dem Mord an Alexej Nawalny im Februar 2024 sei jedem klar, dass das Regime vor nichts zurückschrecke. „Nawalny war der einflussreichste und populärste Gegner – ihn umzubringen, das zeigt den Leuten: Es kann jeden treffen, jederzeit.“ Seitdem habe sich niemand mehr getraut, öffentlich gegen Putin aufzubegehren. Ihr Fazit: „Heute ist Russland die Hölle.“

Kritik an „heuchlerischem Horror“ der deutschen Linken

Auch Teile der deutschen Linken griff die Aktivistin scharf an. Gegenüber der Deutschen Welle nannte sie ultralinke Stimmen einen „heuchlerischen Horror“. Wer von der Ukraine verlange, besetzte Gebiete abzugeben und Friedensabkommen zu unterschreiben, sei naiv. „Sie können alles Mögliche unterschreiben und euch danach trotzdem verarschen.“

Aljochina sprach sich klar für Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Im vierten Kriegsjahr von einem „waffenfreien Frieden“ zu sprechen, während Hunderttausende Ukrainer ihr Leben ließen, sei „dumm und feige“. Sie warnte vor Scheinlösungen, die Russland in die Hände spielten.

Vom Moskauer Punk-Gebet ins Kölner Exil

Maria Aljochina wurde 2012 weltbekannt, als sie mit Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale das Punk-Gebet „Jungfrau Maria, verjage Putin“ aufführte. Sie kam für fast zwei Jahre ins Straflager. Nach Putins Großangriff auf die Ukraine floh sie 2022 – als Essenslieferantin verkleidet – über Belarus und Litauen in den Westen. In Abwesenheit verurteilte sie ein Moskauer Gericht zu 13 Jahren und 15 Tagen Haft. Heute lebt sie mit einem isländischen Pass im Exil. Am Montag las sie im Kölner Lew-Kopelew-Forum aus ihrer Biografie „Political Girl“ (erschienen im November 2025 im Berlin Verlag), musikalisch begleitet von Schlagzeuger Eric J. Breitenbach, moderiert von Birgit Virnich. Den Büchertisch organisierte „Der andere Buchladen Südstadt“, der Eintritt kostete zwischen 10 und 15 Euro. Die Veranstaltung bildete den Auftakt der neuen Reihe „Frauen gegen autoritäre Kräfte“ – passenderweise in einem Haus, das der Kreml selbst zur „unerwünschten Organisation“ erklärt hat.

Aljochina ließ die rund 150 Gäste mit einem Appell zurück: „Jeder kann Widerstand leisten und einen Unterschied machen.“ Ihr Aufruf, Bündnisse gegen autoritäre Kräfte zu schmieden, erinnert an jüngste Proteste wie gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Auf Facebook verbreitete das Zitat „Mit der AfD an der Macht würde Deutschland in die Hölle fahren“ sich rasch und sorgte für heftige Debatten. Die Reihe im Lew-Kopelew-Forum wird monatlich fortgesetzt – mit weiteren Frauen, die sich Putins Regime und anderen autoritären Systemen entgegenstellen.

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