Auto rast in CSD-Menge im Tiergarten – mehrere Verletzte, Fahrer flüchtig
Großfahndung

Auto rast in CSD-Menge im Tiergarten – mehrere Verletzte, Fahrer flüchtig

Der 48. Berliner Christopher Street Day endet mit einem Schock: Ein weißer Transporter fährt in den Tiergarten und trifft Feiernde. Die Polizei sucht mit Hochdruck nach dem mutmaßlichen Fahrer.

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Gegen 22:00 Uhr am Samstagabend fuhr ein Fahrzeug auf Höhe der Lennéstraße im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge, die dort den Berliner Christopher Street Day feierte. Der Tagesspiegel berichtete, dass mehrere Personen verletzt wurden. Die Berliner Polizei bestätigte wenig später: „Wir haben mehrere Verletzte.“

Die Feuerwehr sprach von einem „Massenanfall an Verletzten“ und war mit 44 Einsatzkräften vor Ort. Augenzeugen berichteten, ein weißer Transporter sei mit hoher Geschwindigkeit in die feiernde Menge gefahren. Der Fahrer entkam zu Fuß. Die Polizei leitete umgehend eine Großfahndung ein.

Evakuierung und Abbruch der Kundgebung

Leider müssen wir die Veranstaltung aufgrund einer schwierigen Situation vorzeitig beenden. Bitte meidet den Weg Richtung Siegessäule.
Thomas Hoffmann (CSD-Vorstand)

Um 22:15 Uhr betrat der CSD-Vorstand die Bühne am Brandenburger Tor und brach die Abschlusskundgebung ab. Die Besucher wurden aufgefordert, das Gelände ruhig zu verlassen. Auf der Großleinwand erschien das Wort „Evakuierung“. Getränkestände schlossen sofort.

Sirenen hallten über das Gelände, während sich der Bereich vor der Bühne rasch leerte. Die Polizei rief auf X dazu auf, das Veranstaltungsgelände unverzüglich zu verlassen. Viele Teilnehmer verließen den Tiergarten in Richtung Hauptbahnhof.

Hunderttausende feierten zuvor friedlich

Queere Menschen stehen weltweit zunehmend unter Druck. Wir werden nicht kleiner, sondern größer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter. Und wir machen weiter, bis alle Menschen in Deutschland frei, sicher und selbstbestimmt leben können.
Thomas Hoffmann (CSD-Vorstand)

Der 48. Berliner CSD fand erstmals als zweitägiges Event unter dem Motto „Haltung ist hot“ statt. Hunderttausende zogen ab dem Mittag in einer bunten Parade mit 80 Wagen vom Leipziger Platz zum Brandenburger Tor. Der Berliner Senat hatte sich einen eigenen Wagen für 375.000 Euro erstellen lassen. Bis zum Vorfall blieb die Veranstaltung friedlich, von der Polizei gab es zunächst keine Meldungen über größere Störungen.

Sängerin Sarah Connor hatte um 21:30 Uhr die Bühne betreten und positionierte sich deutlich gegen Hass und Hetze. Nur eine halbe Stunde später endete ihr Auftritt jäh. Der gesamte Abend war als klares Zeichen für Demokratie und Vielfalt geplant gewesen – der Vorfall zerstörte diese Stimmung abrupt.

Fahndung nach dem flüchtigen Fahrer

Nach ersten Augenzeugenberichten fuhr der weiße Transporter mit hoher Geschwindigkeit in die Menge und flüchtete der Fahrer anschließend zu Fuß. Die Polizei sperrte den Tiergarten großräumig ab und setzte einen Hubschrauber ein. Noch in der Nacht gab es keine Festnahme.

Über das Motiv wollten die Behörden zunächst keine Angaben machen. Offen blieb, ob es sich um einen gezielten Anschlag, eine Amokfahrt oder einen Unfall handelte. Internationale Medien wie BBC und CNN berichteten über die „intensive manhunt“.

Für die queere Gemeinschaft und die Veranstalter war der Abend ein Schock. Die Frage, wer hinter der Tat steckt und warum die Feiernden im Tiergarten zum Ziel wurden, bleibt zentral. Die Ermittlungen der Berliner Polizei laufen auf Hochtouren.

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