Man riet ihr strikt davon ab, jemals deutsche Texte zu schreiben. Doch dann kam ein Anruf, der alles veränderte: Roland Kaiser wollte Songs von ihr. Am Freitagabend (24. Juli 2026) sprach Maite Kelly in der NDR Talk Show erstmals ausführlich über diesen Wendepunkt – und über den Mann, dem sie ihre Karriere verdankt.
Bei Barbara Schöneberger und Steven Gätjen saß die 46-Jährige, die einst als jüngstes Mitglied der Kelly Family bekannt wurde, und ließ tief blicken. „Er war der Erste, der mir als Autor eine Chance gegeben hat“, sagte sie über Roland Kaiser. Die Zusammenarbeit mit dem Schlagergiganten begann vor rund zehn Jahren, als Kelly noch ein Nischenpublikum hatte.
„Er war der Erste, der mir als Autor eine Chance gegeben hat. Ich habe dann sechs Lieder für sein Album geschrieben. Er ist mein Meister. Ohne ihn hätte ich keine Karriere.“
Noch heute erinnert sie sich an die Skepsis, die ihr damals entgegenschlug: „Man hat mir gesagt, ich solle bloß keine deutschen Lieder schreiben, das könne ich nicht.“ Kaiser ließ sich nicht beirren und beauftragte sie mit sechs Titeln für sein Album. Daraus entstanden Hits wie „Gegen die Liebe kommt man nicht an“ und „Ich bereue nichts“.
Der endgültige Durchbruch kam 2016 mit dem Duett „Warum hast du nicht nein gesagt“. Der Song wurde mit über 160 Millionen YouTube-Aufrufen zu einem der meistgesehenen Schlager-Videos überhaupt und machte Kelly zur gefragten Solokünstlerin.
Mega-Tour 2027: 90 Kostümteile und eine Prophezeiung
Kelly nutzte den Auftritt auch, um ihre großen Pläne zu verkünden. 2027 geht es auf Arena-Tour, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. „Da knallt es richtig, da gibt es kein Zurück“, kündigte sie an. Mit zwei Schneiderinnen fertigt sie derzeit fast 90 Kostümteile: „Wir müssen jetzt fast 90 Teile zusammenschneidern“, erzählte sie.
Ihre Tochter bringe das Konzept auf den Punkt: „Kein böser Mensch arbeitet oder geht zu einem Maite-Kelly-Konzert.“ Für die Sängerin ist das Ansporn und Versprechen zugleich.
Neurodiversität: 'Ich bin die Obelix-Schwester'
Im Gespräch wurde Kelly ungewohnt persönlich und sprach über ihre Neurodiversität. „Ich bin so geboren. Ich bin die Obelix-Schwester, die in den Zaubertrank gefallen ist“, so Kelly. Sie habe ein leichtes ADS und sei über- oder inselbegabt.
„Ich bin die Obelix-Schwester, die in den Zaubertrank gefallen ist. Wir haben in unserer Familie Neurodiverse, wir haben viele Superverrückte.“
Musik nehme sie nicht nur auditiv wahr: „Ich sehe einen Song. Ich sehe den Titel, die Szenerie, ich sehe die Klamotten sogar. Ich habe eine super Bodymemory.“ Smalltalk dagegen sei nicht ihre Stärke – doch mit therapeutischer Hilfe gelinge es ihr inzwischen, auch auf dem Schulhof angenehme Gespräche zu führen.
Ihr Vater habe ihre Doppelbegabung früh erkannt: „Ich habe das Taylor-Swift-Syndrom. Mein Vater sagte immer: Du hast gefühlt zwei Herzen in einem, und irgendwann kommt es zusammen und du wirst für andere schreiben.“ Die Prophezeiung hat sich längst erfüllt.
Die komplette Sendung ist in der ARD Mediathek abrufbar. Neben Kelly waren Model Franziska Knuppe mit Tochter, Nova Meierhenrich, Frank Busemann und weitere Gäste geladen – doch den emotionalsten Moment lieferte die 46-Jährige, als sie ihrem „Meister“ Roland Kaiser die Ehre erwies.





