„War Paketbotin, Kellnerin, Chauffeurin“: Eskens ungewöhnliche Jobliste wird zum Politikum
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„War Paketbotin, Kellnerin, Chauffeurin“: Eskens ungewöhnliche Jobliste wird zum Politikum

Ein Facebook-Beitrag zitiert Saskia Eskens bunte Berufsbiografie – und Tausende Nutzer reagieren mit Spott. Die Ex-SPD-Chefin steht erneut im Zentrum einer Debatte über ihre politische Qualifikation.

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Facebook-Post bringt Eskens Jobliste zurück in die Diskussion

Eine Meldung auf Facebook reicht, um den Streit um Saskia Eskens berufliche Vergangenheit neu zu entfachen. „Da ich 61 Jahre alt bin, habe ich wahrscheinlich vorher schon irgendwas beruflich gemacht“, zitiert die Seite „Typisch Bugra“ die ehemalige SPD-Vorsitzende. Binnen weniger Stunden sammelt der Post über 400 Kommentare und dutzende Shares – die Reaktionen sind überwiegend negativ.

In dem Beitrag vom 25. oder 26. Juli 2026 listet die Seite Eskens eigene Aufzählung aus einem früheren Süddeutsche-Zeitung-Interview auf: „Ich war als Paketbotin tätig, in der Gastronomie, ich habe als Schreibkraft gearbeitet, war Chauffeurin eines Professors und habe auch Straßenmusik gemacht.“ Die Kommentare zeigen wenig Respekt. „Überall versagt – grandiose Leistung“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert: „Dann kann sie sich glücklich schätzen, dass sie in die Politik gegangen ist. Sonst würde die als Rentnerin verhungern.“

Vom Studienabbruch zur Softwareentwicklerin

Eskens Werdegang ist seit Jahren dokumentiert. Geboren 1961 in Stuttgart, brach sie nach dem Abitur ihr Germanistik- und Politikstudium ab, um sich mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen. Sie war Straßenmusikerin, arbeitete ein Jahr als Paketzustellerin bei der Post und kellnerte. 1990 schloss sie eine Ausbildung zur staatlich geprüften Informatikerin ab und stieg in die Softwareentwicklung ein – eine Tätigkeit, die ihr nach eigenen Angaben Spaß machte.

Da ich 61 Jahre alt bin, habe ich wahrscheinlich vorher schon irgendwas beruflich gemacht. Ich war als Paketbotin tätig, in der Gastronomie, ich habe als Schreibkraft gearbeitet, war Chauffeurin eines Professors und habe auch Straßenmusik gemacht.
Saskia Esken, zitiert nach einem Facebook-Post vom Juli 2026

Esken selbst erinnerte 2019 auf ihrer Website an die Zeit als Paketbotin: „Vor 30 Jahren war ich selbst ein Jahr lang Paketzustellerin bei der Post.“ Damals habe sie 40 Stunden in einer Sechs-Tage-Woche gearbeitet und oft Zeit für Gespräche mit älteren Menschen an der Tür gefunden.

Politische Karriere und erneuter Gegenwind

Nach der Geburt ihres ersten Kindes 1994 gab Esken die Berufstätigkeit auf und engagierte sich politisch. Sie trat in die SPD ein, wurde Gemeinderätin und zog 2013 in den Bundestag ein. Von 2019 bis 2025 war sie SPD-Vorsitzende, seit Mai 2025 leitet sie den Bildungsausschuss im Parlament. Die aktuelle Debatte fällt in eine Zeit des Umbruchs für die Partei: Nach dem Rücktritt von Jens Spahn und einer Kabinettsumbildung durch Kanzler Friedrich Merz im Juli 2026 steht die SPD vor einer personellen Neuordnung.

Der Facebook-Post zeigt, dass Eskens unkonventionelle Berufsbiografie auch nach Jahren des öffentlichen Dienstes ein Angriffspunkt bleibt. Ob die Debatte ihre politische Arbeit beeinflusst, ist offen.

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