Der Zugriff in der Gartenparzelle
Eine 20-stündige Flucht endet am späten Nachmittag des 26. Juli in einer Schrebergartenkolonie in Berlin-Spandau – mit zwei Schusssalven. Der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul Ballout (21) wird in der Laube seines Vaters von einem SEK-Team gestellt. Die Polizei hatte zuvor 285 Hinweise über ein eigens eingerichtetes Portal erhalten; der entscheidende Tipp führte Beamte zur Parzelle 46 an der Ruhlebener Straße. Ballout griff die Einsatzkräfte an – er wurde getroffen und starb um 18:34 Uhr noch am Einsatzort.
Ein Gefährder mit IS-Sympathie
Abdul Ballout, 2005 in Berlin geboren und deutscher Staatsbürger, war den Sicherheitsbehörden seit seiner Jugend als islamistischer Gefährder bekannt. Er fiel mit Gewaltdelikten auf und verurteilt wurde er 2022 wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Seine Radikalisierung führte ihn auf den Pfad zum „Islamischen Staat“. Im Mai 2025 reiste er über die Türkei in den Libanon, um nach Syrien zu gelangen; dort wurde er nach einem deutschen Hinweis verhaftet. Nach seiner Rückkehr im November 2025 und einer fast sechsmonatigen U-Haft verurteilte ihn das Amtsgericht Tiergarten im Mai 2026 wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat – doch der junge Mann kam vorerst auf freien Fuß. Nur zwei Monate später starben durch seine Hand eine Frau, und 29 Menschen wurden verletzt.
Dank aus der Politik
Die politische Reaktion folgte prompt – und mit Dank.
„Ich bin den Sicherheitsbehörden dafür dankbar, dass der Attentäter so schnell aufgefunden wurde. Das ist eine großartige Leistung.“
Trauer und Gedenken am Tatort
„Alles deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) legte am Sonntag gemeinsam mit Dobrindt und Spranger Blumen am Ort der Todesfahrt nieder. Bei einer Trauerkundgebung am Brandenburger Tor versammelten sich 8.000 bis 10.000 Menschen. Die Berliner Imamin Seyran Ates zitierte bei der Andacht aus dem Koran und erinnerte daran, dass das Leben eines jeden Menschen unendlichen Wert besitzt.
„Wer einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und wer einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen noch am Sonntag übernommen. Unklar bleibt, wie der tödliche Zugriff auf Ballout in der Kleingartenanlage genau abgelaufen ist – und ob der Täter selbst bei seiner Festnahme eine Schusswaffe trug.





